61 Jahre nach dem letzten und einzigen Double-Gewinn des LASK wollten die Linzer heute am 17. Mai 2026 wieder Geschichte schreiben und nach dem Cup auch den Meisterteller in die Höhe recken. Den Titel fixierten die Athletiker damals auf der Hohen Warte, und peilten ihn diesmal wieder in Wien an, wo das Kühbauer-Kollektiv in der letzten Runde im Fernduell mit Verfolger SK Sturm Graz mit zwei Punkten Vorsprung in das Match bei der Wiener Austria ging. Ein Punkt genügte. Doch mit dem Selbstverständnis, Selbstvertrauen und der Siegermentalität in 2026 ausgestattet wollten die Linzer mehr, gewannen am Ende abgeklärt mit 3:0!

Da ist das Ding…! Wie vor über sechs Jahrzehnten machte der LASK wieder sein Meisterstück in Wien und holte nach 61 Jahren zum zweiten Mal in der Vereins-Historie das Double.
Austria ohne Abwehrchef Dragović, LASK ohne Cissé & Toptorjäger Usor
„Advantage Athletiker“… aus der Pole-Position ging der LASK mit zwei Punkten Vorsprung in das Fernduell um den Meistertitel mit dem SK Sturm Graz, hatte es in eigener Hand und diese dran am Meisterteller. Ja sogar das Double war nach 1965 greifbar. Erfolgscoach Didi Kühbauer nahm gegenüber dem Heimsieg über die Roten Bullen zwei personelle Veränderungen vor. Für den verletzten LASK-Toptorjäger Moses Usor aus Nigeria kam Kryštof Daněk in die Startelf und für den gesperrten Senegalesen Modou Cissé rückte der Niederländer Xavier Mbuyamba in die Dreier-Abwehrkette.
Ebenfalls gelb-gesperrt fehlte Austria-Abwehrchef Aleksandar Dragović. Anstelle des 35-Jährigen spielte der gebürtige Grazer Johannes Handl. Der nach acht Minuten die erste gegnerische Tochance zu sehen bekam, als Kryštof Daněk mit seinem Linksschuss FAK-Schlussmann Samuel Sahin-Radlinger prüfte und der gebürtige Rieder den Ball ins Toraus abwehrte (8.). Um wenig später nicht einzugreifen brauchte, als Saša Kalajdžić am Fünfmeterraum nur um Zentimeter eine scharfe Hereingabe von Kasper Jørgensen verpasste (12.).

Xavier Mbuyamba mutiert in diesen Wochen zum Torschützen. Der niederländische Winterneuzugang scorte bereits in Salzburg und Hartberg, heute auch in Wien-Favoriten.
Glanzparade Jungwirth, Gäste-Führung durch Mbuyamba
Auf der Gegenseite folgte ein Gustostück vom Ex-LASKler Johannes Eggestein, dessen Drehschussball vom linken 16-er in Richtung rechtes Kreuzeck Keeper Jungwirth gerade noch um die Stange drehte (26.).
Ein weiter Einwurf von Jørgensen brachte noch vor der Pause die Gäste-Führung auf den Weg. Als die Austria-Abwehr unentschlossen zu Werke ging gegen Kalajdžić, der den Ball weiter spitzelte auf den aufgerückten Athletiker-Abwehrspieler Xavier Mbuyamba, der am schnellsten reagierte und in Torjäger-Manier vollendete – 0:1 (38.). Drittes Tor für den Winterneuzugang, alle auswärts.
Klarer Kurs Double-Gewinn: Adeniran per Elfer zum 2:0 für die Linzer
Nach dem Seitenwechsel wollten die vor Selbstvertrauen strotzenden Linzer nachlegen. Samuel Adeniran steckte durch auf Sturmpartner Saša Kalajdžić, der allein vor Samuel Sahin-Radlinger gegen den FAK-Keeper zu Fall kam (47.). Es folgte noch der VAR-Check, ehe Adeniran ran durfte und wie schon vor zwei Wochen gegen den SK Rapid (3:1) erneut den Elfmeter (auch damals Foulspiel an Kalajdžić) cool verwandelte – 0:2 (49.).
Auf die Pflicht folgt die Kür, dachte sich wohl Saša Kalajdžić, der das Spielgerät elegant mitnahm und mit seinem Distanzschuss die Torlattec touchierte (59.). Kapitän Sascha Horvath, der „Austria-Junge“, und Kollegen abgeklärt, gaben sich keine Blöße und wirkten sehr fokussiert. Im Stile einer Meister-Mannschaft. Auch die Athletiker-Anhänger gaben mittlerweile im weiten Rund den Ton an.

Bogarde setzte mit erstem BL-Saisontor den Schlusspunkt beim Meisterstück des LASK
Während von der Austria, die in der ersten Halbzeit noch auf Augenhöhe war, nurmehr wenig kam. Die Defensive der Oberösterreicher obendrein kompakt und diszipliniert. Das Spiel war praktisch nach einer Spielstunde gelaufen, das Kühbauer-Kollektiv, das lediglich nurmehr eine brenzlige Strafraumaktion zu überstehen hatte (Jungwirth reaktionsschnell, 74.).
Um eigens sogar noch einen drauf zu setzen: Bello über links mit viel „Wiese“ und dem Querpass auf Kalajdžić (an allen drei Treffern beteiligt!), der trickreich und mit viel Übersicht den besser postierten Bogarde bediente. Der 23-jährige Mittelfeldstabilisator krönte seine hervorragende Saison mit seinem ersten BL-Tor (76.) in 2025/26 und setzte damit den 3:0-Schlusspunkt einer reifen Leistung für den neuen Meister. GRATULATION dem LASK!
Bundesliga-Saison 2025/26 Runde 32, Meistergruppe Runde 10
Sonntag, 17. Mai 2026, 14:30 Uhr, Generali Arena in Wien-Favoriten, Z: 15.600 (ausverkauft); SR: Sebastian Gishamer
FK Austria Wien vs. LASK 0:3 (0:1)
FK Austria Wien (3-4-3): Sahin-Radlinger; Wiesinger, Handl, Plavotić; Ranftl, Barry (85. Kang-hee Lee), Maybach (78. Boateng), Lee Tae-Seok (85., Schablas); Fischer (K, 69. Wustinger), Eggestein, Saljic (69. Markovic). Trainer: Stephan Helm.
LASK (3-4-1-2): Jungwirth; Mbuyamba, Tornich, Andrade; Jørgensen (89. Flecker), Bogarde (89. Kebe), Horvath (K, 82. C. Lang), Bello; Daněk (82. Kacavenda); Kalajdžić (78. I. Coulibaly), Adeniran. Trainer: Dietmar Kühbauer.
Torfolge: 0:1 Mbuyamba (38., Kalajdžić), 0:2 Adeniran (49., Foulelfmeter, Kalajdžić), 0:3 Bogarde (76., Kalajdžić).
Gelbe Karten: Barry (45., Foulspiel), Handl (61., Unsportlichkeit) / Bello (59., Foulspiel).
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Fotocredit: Harry Dostal/www.sport-bilder.at (1) und lb-photo.com/Lukas Biereder (2)