Der zweite der beiden „Meister-Schauplätze“ am heutigen Sonntag war in der Steiermark, wo der SK Sturm Graz in der letzten Bundesliga-Runde den SK Rapid zu Gast hatte. Die Ausgangslage war klar: Der amtierende Champion benötigte gegen die Hütteldorfer einen Heimsieg, um die mögliche Titelverteidigung am Leben zu halten. Zwar siegten die Grazer mit 2:0, aufgrund des deutlichen Erfolges des LASK bei der Wiener Austria blieb dem SK Sturm am Ende der zweite Tabellenrang. Der SK Rapid konnte aufgrund einer frühen Roten Karte für Yusuf Demir das ligainterne Europacup-Playoff nicht mehr verhindern.

Yusuf Demir fliegt nach Schuhwurf vom Platz, Sturm vergibt in Überzahl gute Chancen
Die Grazer übernahmen im Klassiker gegen die Wiener von Beginn an die Kontrolle und setzten die Hütteldorfer früh unter Druck. Bereits nach zwei Minuten sorgte Seedy Jatta mit einem Schuss aus rund 17 Metern knapp neben das Tor für die erste gefährliche Aktion. Der SK Sturm blieb die aktivere Mannschaft, kombinierten sich immer wieder in Strafraumnähe und kamen nach zehn Minuten zur nächsten guten Möglichkeit: Kiteishvili brachte den Ball flach zur Mitte, Jatta setzte den Abschluss per Ferse aber neben das Tor.
Rapid war in der ausverkauften Merkur Arena zunächst fast ausschließlich mit Defensivarbeit beschäftigt. Offensiv kamen die Wiener meist nur nach Standardsituationen in gefährliche Räume, agierten dort jedoch zu unpräzise, um Sturm ernsthaft unter Druck zu setzen. Die Gastgeber kontrollierten Ball und Tempo, ohne sich zunächst viele klare Torchancen herauszuspielen.
Für die kurioseste Szene der ersten Halbzeit sorgte Yusuf Demir in Minute 22. Der Rapid-Offensivspieler warf aus Frust seinen Schuh in Richtung des vierten Offiziellen. Schiedsrichter Harald Lechner wertete die Aktion als Unsportlichkeit und zeigte Demir direkt die Rote Karte. Rapid musste damit früh in Unterzahl weiterspielen – eine völlig unnötige Aktion des Offensivspielers.
Trotz Überzahl tat sich Sturm danach zunächst weiter schwer, wirklich gefährlich zu werden. Die Grazer hielten Rapid zwar dauerhaft in deren Hälfte, fanden gegen die kompakte Defensive aber lange keine Lücken.
Erst kurz vor der Pause erhöhte der Titelverteidiger den Druck deutlich. Hödl kam innerhalb weniger Sekunden gleich mehrfach zum Abschluss, scheiterte aber jeweils an Rapid-Goalie Niklas Hedl. In der 41. Minute verhinderte der Torhüter dann auch gegen Kiteishvili mit einer starken Parade den Rückstand. So blieb es trotz klarer Vorteile für Sturm zur Pause torlos.
Hierländer-Märchen in der Nachspielzeit
Und die Grazer kamen gleich wieder gefährlich aus den Katakomben zurück auf das Feld: Koller mit der Hereingabe, die Kiteishvili gefährlich auf das Tor brachte, doch Niklas Hedl reagierte stark. Personelle Veränderungen gab es zur Pause übrigens keine auf beiden Seiten.
In der 58. Minute dann plötzlich die Riesenchance aus dem Nichts für Rapid: Wurmbrand nützte ein Missverständnis in der Grazer Hintermannschaft und kam völlig frei vor Khudyakov zum Schuss, doch der russische Schlussmann der Grazer parierte zur Ecke.
Es sollte aber die einzige gefährliche Möglichkeit der Gäste in Halbzeit zwei bleiben, in weiterer Folge hatten die Steirer das Spielgeschehen wieder völlig unter Kontrolle. Konkrete Offensivaktionen konnten sich aber auch die Steirer in Überzahl nicht herausspielen.
Unterschiedsspieler Otar Kiteishvili wurde es in der Schlussphase zu bunt: Der Georgier zog zweimal aus der Distanz ab, doch auch seine Versuche wollten an diesem Nachmittag nicht den Weg ins Tor finden.
Am Schluss durften die Grazer dann aber dennoch jubeln: Zunächst netzte Gizo Mamageishvili aus der Distanz zum 1:0 ein (88.), ehe Stefan Hierländer in seinem letzten Spiel als Sturm-Profi für ein absolutes Märchen sorgte und in der 92. Minute zum 2:0 einschoss. Ein wunderbarer Abschluss für die Sturm-Legende.
SK Sturm Graz – SK Rapid 2:0 (0:0)
Sonntag, 17.05.2026 (14:30 Uhr); Merkur-Arena, Graz; SR Harald Lechner.
SK Sturm: Khudyakov – Vallci, Mitchell, Koller – Hödl (72./Gazibegovic), Gorenc Stankovic, Weinhandl (62./Mamageishvili), Karic (84./Hierländer) – Malone (62./Kayombo), Jatta (72./Beganovic), Kiteishvili. Trainer: Fabio Ingolitsch.
SK Rapid: Hedl – Schöller, Cvetkovic, Raux Yao – Wurmbrand (60./Ahoussou), Weimann (86./Gulliksen), Amané, Bolla – Y. Demir, Kara, Dahl (60./Grgic). Trainer: Johannes Hoff Thorup.
Tore: Mamageishvili (88.), Hierländer (90.+2)
Gelbe Karten: Keine
Rot: Y. Demir (22.)
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Fotocredit: RiPu Sportfotos