
AUDIO: „Wild at Heart“ von Neil Diamond: Album mit neuen und alten Songs (6 Min)
Stand: 18.05.2026 17:34 Uhr
„Sweet Caroline“, „Cracklin’ Rosie“, „Sung Sung Blue“ oder „Beautiful Noise“: Neil Diamond hat Popgeschichte geschrieben. Mit „Wild At Heart“ legt der 85-Jährige nun ein neues, leises Kapitel vor.
Kein Scherz: Neil Diamond schrieb und sang bereits Mitte der 60er-Jahre – in Mono – Hits wie „Red Red Wine“, „Kentucky Woman“ und „I’m A Believer“. Seinen Lebensunterhalt verdiente er damals mit Werbe-Jingles für Radio-Spots.
Diamond blickt zurück – mit melancholischen, kargen, akustischen Sounds
„Wild At Heart“ wirkt wie ein spätes, vielleicht letztes Album – würdevoll, ohne Comeback-Gesten oder Altersmilde. Neil Diamond blickt zurück, melancholisch und unbeeindruckt von großen Effekten. Produzent Rick Rubin setzt auf akustische Gitarren, wenig Produktion und viel Raum für die Songs.
Einige Arrangements klingen derart karg, als wurden sie erst gestern in einer alten Küche aufgenommen. Doch gerade dadurch gewinnen sie Gewicht.
Neil Diamond findet innere Ruhe
Der Song „Talking To Death“ erzählt von Beziehungen, die sich im Reden verlieren. Das sparsame Arrangement gibt jeder Zeile Gewicht, während Diamond mit Pausen und leiser Resignation jede Silbe wirken lässt.
Leise, nachdenklich, mit Country- und Folk-Feeling – Neil Diamond ist angekommen und mit sich im Reinen.
„Wild At Heart“: Wohltuend unzeitgemäß
Mit Songs wie „Shine On“, „You’re Getting To Me“ und „You’re My Favorite Song“ wirkt „Wild At Heart“ wohltuend unzeitgemäß: In einer Pop-Welt voller Selbstinszenierung klingt Neil Diamond menschlich, verletzlich und erstaunlich tief.
„Wild At Heart“ zeigt Neil Diamond ohne Druck, aber mit voller Hingabe. Nicht makellos, nicht jung, nicht trendbewusst – sondern ganz bei sich. Gerade darin liegt die Größe dieses Albums: Es will das Leben nicht überhöhen, sondern ihm ehrlich standhalten.

Wild At Heart
Neil Diamond
Genre:
Pop
Label:
Capitol
Bestellnummer:
0095115537220
Veröffentlichung:
08.05.2026