Nach der dritten titellosen Saison en suite zog der einstige Serienmeister FC Red Bull Salzburg die Reißleine und entließ das Trainer-Team um Chefcoach Daniel Beichler, wir berichteten. Die Roten Bullen kamen noch mit einem „blauen Auge“ davon und retteten beim Bundesliga-Showdown trotz der 1:3-Heimpleite gegen den Sechsten TSV Hartberg (erste Niederlage im 22. Duell gegen die Oststeirer) gerade noch Rang drei vor dem punktgleichen Vierten Austria Wien. Um dadurch voraussichtlich, siehe auch Beitrag, in die 3. Qualirunde der Europa League einzusteigen. Zurückblickend bleibt die schwächste Saison in der Red Bull-Ära.

Nach seinem Wechsel vor drei Jahren vom LASK zum FC Red Bull Salzburg wartet Alexander Schlager weiter auf einen Titel mit den Roten Bullen. Doch für den 30-Jährigen bleibt nicht viel Zeit zum Grübeln, warten doch auf den ÖFB-Teamtorhüter nunmehr große Herausforderungen bei der Fußball-WM (11. Juni bis 19. Juli 2026). Beim Tabellendritten aus der Mozartstadt wurde der gebürtige Salzburger zu oft in dieser Saison von seinen Vorderleuten allein gelassen.
Beichlers ernüchternde Bilanz
Seit dem Einstieg von Red Bull im Jahr 2005 und dem erstmaligen Verpassen unter den Top-2 steht ein umfassender Umbruch bevor. Die erste personelle Konsequenz folgte bereits heute: Cheftrainer Daniel Beichler wurde trotz eines bis 2028 laufenden Vertrags mit sofortiger Wirkung freigestellt.
Der gebürtige Grazer hatte nach dem enttäuschenden Saisonende noch betont, Verantwortung übernehmen zu wollen und genügend Energie zu besitzen, um den Klub wieder in die Erfolgsspur zu führen. Die Vereinsführung entschied sich dennoch gegen eine weitere Zusammenarbeit.
Die Bilanz des 37-Jährigen fiel ernüchternd aus: In 14 Pflichtspielen unter seiner Leitung gelangen lediglich vier Siege bei sieben Niederlagen. Mit durchschnittlich 1,07 Punkten pro Partie verzeichnete Beichler den schwächsten Wert eines Salzburg-Trainers seit dem Red-Bull-Einstieg. Selbst in der Zeit des Vorgängervereins Austria Salzburg hatte seit 1980 kein Cheftrainer mit mehr als zehn Spielen eine schlechtere Ausbeute vorzuweisen.
Als Beichler Mitte Februar auf den deutschen Coach Thomas Letsch folgte, lagen die Salzburger noch an der Tabellenspitze und standen im ÖFB-Cup-Halbfinale. Rückblickend erwies sich der damalige Trainerwechsel durch Sport-Geschäftsführer Marcus Mann jedoch nicht als erhoffter Impuls. Nun wartet auf die Verantwortlichen erneut eine richtungsweisende Trainersuche – keine einfache Aufgabe angesichts einer Saison, in der Salzburg nicht nur zum dritten Mal in Folge ohne Titel blieb, sondern auch spielerisch häufig hinter den eigenen Ansprüchen zurückblieb.

„Es muss sich sehr viel ändern“
Beichler bezeichnete die Niederlage gegen den TSV Hartberg als Sinnbild der vergangenen Monate. Innerhalb des Klubs sei man sich bewusst, dass umfangreiche Veränderungen notwendig seien, um den Ansprüchen des Vereins wieder gerecht zu werden. Vor allem die fehlende Stabilität innerhalb der Mannschaft habe sich als zentrales Problem erwiesen, wofür der Trainer ebenfalls die Verantwortung übernahm.
Mit Ausnahme von Stürmer-Routinier Karim Onisiwo verfügen sämtliche Spieler weiterhin über gültige Verträge. Dennoch dürften nach den bereits fixierten Millionen-Transfers von Jannik Schuster zu Brentford FC, Joane Gadou zu Borussia Dortmund sowie Kerim Alajbegovic (Rückkehr zu Bayer 04 Leverkusen) weitere Abgänge folgen.
Kapitän Mads Bidstrup, der im Saisonfinish wegen einer Wadenverletzung fehlte, sprach ebenfalls von einem notwendigen Neuanfang. Der dritte Tabellenplatz sei zwar das einzig Positive an der abgelaufenen Saison gewesen, entspreche aber keinesfalls den Ansprüchen des Vereins. Jeder Spieler müsse den Sommer zur Selbstreflexion nutzen, da sich im Klub einiges verändern müsse.
Fotocredit: Harald Dostal/www.sport-bilder.at und Josef Parak