Ob Ralf Rangnick auch über die kommende Weltmeisterschaft hinaus Teamchef der österreichischen Nationalmannschaft bleibt, ist nach wie vor offen. Der 67-jährige Deutsche vermied es am Montag bei der Präsentation des WM-Kaders am ÖFB-Campus in Wien bewusst, konkrete Aussagen zu seiner vertraglichen Zukunft zu treffen. Stattdessen stellte er klar, dass der Fokus an diesem Tag ausschließlich auf den nominierten Spielern liege und diese im Mittelpunkt stehen sollten. Rangnicks aktueller Vertrag endet nach der WM-Endrunde in Nordamerika.

Ralf Rangnick bleibt gelassen

Zuletzt hatten sowohl der 67-Jährige als auch ÖFB-Aufsichtsratschef Josef Pröll angedeutet, dass in wesentlichen Punkten bereits Einigkeit über eine Fortsetzung der Zusammenarbeit bestehe. Eine endgültige Unterschrift steht jedoch weiterhin aus. Rangnick selbst begegnet der Situation mit Gelassenheit. Die offene Vertragsfrage habe laut seinen Aussagen keinerlei Einfluss auf die laufenden Vorbereitungen oder die anstehenden Aufgaben. Spätestens nach einer möglichst erfolgreichen WM werde das Thema aber wohl konkret werden – möglicherweise auch schon früher.

Damit bleibt durchaus denkbar, dass Rangnicks Zukunft weiterhin ungeklärt ist, wenn er seine Spieler am 27. Mai zur ersten Vorbereitungsphase am ÖFB-Campus empfängt. Bereits im März hatte das Nationalteam die neue Verbandszentrale in Wien-Aspern für einige Tage als Unterkunft genutzt.

ÖFB-Campus hinterlässt positiven Eindruck

Von den Bedingungen am neuen Standort zeigte sich Ralf Rangnick angetan. Er berichtete, dass Florian Grillitsch den Campus mit einem Sportinternat verglichen habe – ein Eindruck, den der Teamchef durchaus positiv bewertete. Zwar sei die Atmosphäre anders als in einem klassischen Luxushotel in der Innenstadt, dafür könnten die Spieler direkt vom Zimmer auf den Trainingsplatz oder ins Fitnesscenter gelangen. Auch die vorhandene Players Lounge komme gut an. Insgesamt seien die Teamspieler vom neuen Umfeld positiv überrascht gewesen.

Mit Blick auf die Weltmeisterschaft sprach Rangnick zudem von einer bereits deutlich spürbaren Vorfreude. Neben der Zeit am ÖFB-Campus freue er sich insbesondere auf das Quartier in Goleta bei Santa Barbara an der kalifornischen Pazifikküste. Nach Einschätzung des Teamchefs werde es schwer sein, ein schöneres WM-Quartier unter den teilnehmenden Nationen zu finden. Gleichzeitig betonte er jedoch, dass die komfortable Umgebung keineswegs als Wohlfühlprogramm missverstanden werden dürfe. Die Mannschaft werde wie gewohnt intensiv gefordert werden.

Trotz detaillierter Planung rechnet der ÖFB im Zuge der Nordamerika-Reise mit möglichen Herausforderungen. Vor allem die großen Distanzen und Strapazen könnten unvorhergesehene Situationen mit sich bringen. Rangnick erklärte dazu, sich bereits intensiv Gedanken gemacht zu haben, wie er in solchen Momenten reagieren wolle.

Fotocredit: Christian Fauland