Dänemark will den gestrandeten Kadaver des Ostseewals Timmy bergen und obduzieren. Das Tier liege an einem gut besuchten Strand der Insel Anholt im flachen
Wasser und werde dort Badegäste und Einheimische voraussichtlich stark
stören, teilte die dänische Umweltbehörde zur Begründung mit. Deshalb
solle der Wal geborgen werden.

Die Umweltbehörde forderte Bürgerinnen und Bürger auf, sich dem Wal
weiterhin nicht zu nähern, da Ansteckungsgefahr bestehen könne. Am Wochenende waren nach Berichten des Senders News5 Badegäste auf das tote Tier geklettert und hatten für
Fotos posiert.

»Derzeit wird an einer Lösung gearbeitet,
die es gleichzeitig ermöglicht, eine Obduktion durchzuführen und
wertvolle wissenschaftliche Proben für Forschungszwecke zu sichern«, sagte Jane Hansen von der Umweltbehörde. Die Bergung des Wals, die Obduktion und die Probeentnahme übernehmen den Angaben zufolge dänische Forscherinnen und Tierärzte. Zugleich seien die dänischen Behörden in engem Austausch mit den deutschen Behörden, sagte Hansen weiter. Zuvor hatten die dänischen Behörden mitgeteilt, es gebe keine Pläne, den Wal zu entfernen oder den Kadaver genauer zu untersuchen.

Wal vermutlich schon eine Woche tot

Nach Angaben des Umweltministeriums in Mecklenburg-Vorpommern vom Montag ist der Wal vermutlich schon mindestens eine Woche tot, wahrscheinlich länger. Der Verwesungszustand würde nicht nur einen möglichen Transport, sondern auch eine Untersuchung erschweren, hieß es vom Ministerium.

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Es werde immer schwieriger, das tote Tier zu untersuchen, teilte das Deutsche Meeresmuseum ebenfalls am Montag mit. »Da der Buckelwal bereits einige Zeit tot ist, sind äußere Verletzungen nicht mehr eindeutig erkennbar«, sagte eine Sprecherin. Auch eine Analyse der Organe sei inzwischen nur noch sehr begrenzt möglich. Das Tier könne aber auf Netzreste im Maul untersucht werden. Dies müssten unabhängige Fachleute tun.

© Lea Dohle

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Der Wal war seit Ende März mehrfach an deutschen Ostseeküsten gestrandet. Nach gescheiterten Rettungsversuchen wurde das geschwächte Tier schließlich von einer privaten Initiative Richtung Nordsee abtransportiert und Anfang Mai freigesetzt. Zwei Wochen später – am vergangenen Freitag – strandete ein toter Wal an der Küste vor Anholt. Kurz darauf war laut dänischen Behörden klar, dass es sich um den Ostseewal Timmy handelte.