Emissionsfreie und leise IVB eBusse verkehren ab Dezember 2029 auf den Linien C, R, N1 und N3.
Es ist soweit: Schritt für Schritt wird der gesamte öffentliche Verkehr in Innsbruck emissionsfrei. Einen großen Schritt gehen die IVB dabei mit der Anschaffung von 20 eBussen, die ab Dezember 2029 auf den Linien C und R und den Nightliner-Verbindungen N1 und N3 fahren werden. Für das Projekt mit einem Gesamtvolumen von € 45,9 Millionen haben sich die IVB bereits € 22,8 Millionen Bundesförderung und die Zustimmung der Stadt Innsbruck gesichert. Das ambitionierte Vorhaben ist Teil einer seit 2019 laufenden gemeinsamen Initiative von IVB und Verkehrsverbund Tirol (VVT) zur Dekarbonisierung des öffentlichen Verkehrs in Tirol.
Für 60% der Fahrgäste
Mit Inbetriebnahme der neuen IVB eBus Flotte sind inklusive der Tramlinien ab 2029 mehr als 64% der IVB-Fahrgäste elektrisch unterwegs. In fünf Jahren klimaschonendem Linienbetrieb ergeben sich zudem CO2-Einsparungen von mehr als 7.000 Tonnen.
In-Motion-Charging
„Nach intensiven Marktrecherchen, Testfahrten mit verschiedenen Bus-Typen unterschiedlicher Hersteller im Liniennetz der IVB und entsprechenden Hochrechnungen, fiel die Entscheidung auf eBusse der Firma Hess aus der Schweiz, die ihre Batterien während der Fahrt an Streckenabschnitten mit Oberleitung aufladen“, erklärt IVB-Geschäftsführer Ekkehard Allinger-Csollich. Batterien in den Bussen versorgen die Fahrzeuge an den leitungsfreien Streckenteilen mit dem notwendigen Strom. Dank der hohen Effizienz dieser In-Motion-Charging-Technologie müssen nur rund 40% der Strecke mit Oberleitungen versehen werden.
Die IVB Geschäftsführer Ekkehard Allinger-Csollich (l.) und Thomas Scheiber.
© IVB
Viele Vorteile
Die innovative technische Lösung hat viele Vorteile: Am IVB Betriebshof sind nur geringe Adaptionen notwendig. Die 20 neuen eBusse ersetzen ebenso viele Dieselbusse, sodass kein Mehrbedarf an Fahrzeugen oder Fahrpersonal entsteht. Mit bis zu 20 Jahren haben die eBusse eine sehr lange Nutzungsdauer. Und: „Durch die begrenzten Oberleitungsbereiche außerhalb der Innenstadt gibt es keine Beeinträchtigung für das Stadtbild“, beschreibt IVB-Geschäftsführer Thomas Scheiber.
100% erneuerbarer Strom
Besonders nachhaltig gestaltet sich auch die Stromversorgung der Oberleitungen: Über die IKB beziehen die IVB 100% erneuerbaren Tagesstrom, den sie mit den eBussen dezentral nutzen. Das entlastet das Stromnetz, weil eben nicht nur an einem Punkt geladen wird. Noch dazu steht tagsüber reichlich Photovoltaikstrom zur Verfügung.
Für eine lebenswerte Zukunft
Bewohnerinnen und Bewohner sowie Gäste der Stadt profitieren von weniger Lärm und Abgasen mit den neuen eBussen. Mit dem durchdachten, zukunftsorientierten und emissionsfreien Öffi-Konzept der IVB leistet Innsbruck einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz und investiert in eine nachhaltige Zukunft.
Die beste Lösung für Innsbruck
Die Entscheidung für die Technologie hat man sich nicht einfach gemacht.
Die größte Herausforderung: Abstellhalle und Tiefgarage in der IVB-Zentrale erfüllen nicht die Anforderungen für stationär ladende Busse und müssten für ca. € 100 Millionen angepasst werden, eine wirtschaftlich effizientere Lösung wurde gefunden.
Neben der gewählten Lösung der unterwegs ladenden eBusse standen Depotlader oder Endstellenlader zur Auswahl. Beide Technologien erfordern große, schwere Batterien, was eine reduzierte Fahrgastkapazität zur Folge hat. Neben dem massiven Um- und Ausbau des Betriebshofs der IVB wären zudem mehr Fahrzeuge als bisher notwendig.
© IVB
Daneben wurde auch die Möglichkeit eines Betriebs mit Wasserstoff-Bussen untersucht, die auf Grund von schlechter Energieeffizienz sowie hoher Kosten für Fahrzeuge, Tankanlage und Elektrolyseur verworfen wurde.
Die neuen IVB eBusse werden während des laufenden Betriebs an Streckenabschnitten mit Oberleitungen geladen. Dazu fährt ein Bügel aus, der an der Oberleitung andockt und mit diesem Strom die relativ kleine Batterie im Bus auflädt. An den 60% leitungsfreien Streckenteilen versorgt diese Batterie den eBus.
Die ersten Linien
IVB eBuslinien und Oberleitungen im Überblick.
© IVB
Im Dezember 2029 ist geplant, dass die ersten 20 IVB eBusse ihren Betrieb aufnehmen.
Im ersten Schritt werden die Linien C, R, N1 und N3 elektrifiziert. Linien, die besonders hoch frequentiert sind. Allein auf diesen Verbindungen profitieren rund 15 Millionen Fahrgäste pro Jahr vom emissionsfreien, lärmarmen Betrieb mit den neuen eBussen. Für diese Buslinien werden 18,2 km Oberleitung benötigt, die vor allem im Westen und Osten der Stadt installiert werden. Das entspricht 40% der Strecke.
Alle Infos und Updates zum eBus-Projekt gibt es laufend unter www.ivb.at/ebus