Sprung zwischen den Genres
Isella kommt aus der Spoken-Word-Poetry und hat daher wenig Berührungsängste mit der Öffentlichkeit. Das merkt man nicht nur an ihren teils mantra- teils schlangenartigen Tänzen und Bühnenbewegungen, sondern auch daran, dass sie während des Konzerts gleich zweimal physisch in Tuchfühlung mit dem Publikum geht und gar nicht erst daran denkt, ihre exaltiert-theatralische Show auch nur um einen Gang zurückzuschrauben. Isellas Sound lässt sich indes nicht so leicht greifen. Mal fühlt man sich an die stringente Verletzlichkeit von Soap&Skin erinnert, dann folgt man harschen Industrial-Ausritten á la Nine Inch Nails, nur um im nächsten Moment an Amanda Palmers Theatralik in den Dresden Dolls erinnert zu werden. Manchmal beginnt sie wie wild vor sich hinzurappen, dann reichen ein Stetson und die passende Gitarre, um sich für dreieinhalb Minuten als Vorstadtcowgirl zu inszenieren. Immer mit im Gepäck: eine hauchzarte, oft nur wispernde Stimme, die ihre brutalen Inhalte zuweilen besonders sanft zu vermitteln weiß.