Ukraine trifft FSB-Zentrale – 100 Tote und Verletzte

Die Ukraine meldet einen Angriff auf ein Hauptquartier des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB im besetzten Teil der Region Cherson. Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj traf eine Spezialeinheit des ukrainischen Geheimdienstes SBU das Gebäude. Dabei seien rund 100 russische Soldaten getötet oder verletzt worden.

Selenskyj zufolge wurde bei dem Angriff auch ein Flugabwehrsystem vom Typ Pantsir-S1 zerstört. Der Wert des Systems liege bei bis zu 20 Millionen Dollar. Wann genau die Operation stattfand, sagte der ukrainische Präsident nicht. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben derzeit nicht.

Im Video | Selenskyj zeigt Angriff auf FSB-Zentrale

Video lädtPlayer wird geladenQuelle: Social Media

Cherson bleibt einer der wichtigsten Kriegsschauplätze im Süden der Ukraine. Die Stadt Cherson wurde im November 2022 von ukrainischen Truppen zurückerobert, Gebiete östlich des Dnipro stehen aber weiter unter russischer Besatzung. Die Ukraine greift dort regelmäßig russische Militärziele an, um Nachschubwege und Infrastruktur der Besatzer zu schwächen.

Kreml: Russland zu Dialog mit Europäern bereit

Russland ist in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine nach Kreml-Angaben offen für einen Dialog auch mit den Europäern. „Die Russen sind zu Gesprächen bereit“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. „Wir sind der Meinung, dass es immer besser ist, miteinander zu reden, als die Lage in eine totale Konfrontation zu treiben – und genau das ist es, was die Europäer derzeit tun“, sagte er. Russland begrüße es, wenn sich die Tonlage jetzt ändere.

Dmitri PeskowVergrößern des BildesKremlsprecher Dmitri Peskow: „Wir sind der Meinung, dass es immer besser ist, miteinander zu reden“. (Archivbild) (Quelle: Vyacheslav Prokofyev/Pool Sputnik Kremlin/dpa/dpa-bilder)

Peskow hob hervor, es habe zuletzt vom finnischen Präsidenten Alexander Stubb und auch aus Berlin Äußerungen zu direkten Gesprächen mit Russland gegeben. Es sei „wahrscheinlich nicht schlecht“, wenn jetzt ein Unterhändler auf EU-Ebene gesucht werde. „Noch vor wenigen Monaten sind in Europa noch nicht einmal solche Diskussionen geführt worden.“

Kremlchef Putin hatte zwar stets betont, dass er zu Gesprächen bereit sei, wenn jemand auf ihn zukomme. Zugleich gab es aus Moskau wiederholt Stellungnahmen, nach denen die Europäer wegen der Waffenlieferungen an die Ukraine als Kriegspartei zu sehen seien und nichts am Verhandlungstisch zu suchen hätten. Die Verhandlungen für eine Beendigung des russischen Angriffskriegs liefen zuletzt unter Vermittlung der USA. Ein Durchbruch in den Gesprächen zwischen Kiew und Moskau ist bisher aber ausgeblieben. Grund ist vor allem, dass Russland an seiner Forderung festhält, die Ukraine solle ihre Truppen aus dem Gebiet Donbass abziehen.

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