Der bessere Kader, ein ausverkauftes Stadion – und doch kein Vorteil: Der VfL Wolfsburg ist dem folgenschweren Absturz in die 2. Fußball-Bundesliga Deutschlands wieder einen Schritt nähergekommen.

Die Wölfe kamen am Donnerstagabend ohne den am Oberschenkel verletzten ÖFB-Teamspieler Patrick Wimmer im Relegations-Hinspiel gegen den Zweitliga-Dritten SC Paderborn nicht über ein enttäuschendes 0:0 hinaus und müssen im letzten Spiel einer von Krisen geprägten Saison um den Klassenerhalt bangen.

HIGHLIGHTS | VfL Wolfsburg – SC Paderborn | Relegation-Hinspiel

Die Entscheidung über Auf- und Abstieg fällt am Pfingstmontag (ab 20:30 Uhr LIVE bei Sky!), Wolfsburg reist mit einer Hypothek zum Rückspiel in Ostwestfalen. Offensiv fehlten den Wölfen Ideen und Durchschlagskraft. Paderborn darf nach einer vor allem defensiv souveränen Leistung und mit dem Heimvorteil auf die Bundesliga-Rückkehr nach sechs Jahren hoffen. Fehlen wird im Rückspiel Jonah Sticker, der die Gelb-Rote Karte (90.+4) sah.

„Wir hätten uns gewünscht zu gewinnen“, sagte Wolfsburgs Yannick Gerhardt bei Sky: „Aber jetzt haben wir ein Endspiel am Montag.“ Trotz des großen Drucks könne sein Team „etwas gewinnen“, versicherte Gerhardt. Paderborns Kapitän Laurin Curda sprach von einem „Finalspiel“ am Montag und fügte an: „Bei uns hat heute jeder alles auf dem Platz gelassen.“

Die Wolfsburger, seit dem Aufstieg 1997 fester Bestandteil der deutschen Bundesliga, hatten den Klassenerhalt bereits in der Vergangenheit über die Relegation geschafft. Bei den bisherigen Teilnahmen verwehrte man Eintracht Braunschweig (2017) und Holstein Kiel (2018) den Aufstieg. Auch die allgemeine Bilanz spricht für den Erstligisten: Seit 2008/09 wird die Relegation wieder ausgespielt, lediglich dreimal setzte sich der Zweitligist durch.

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Der SCP hatte es 2014 und 2019 ins Oberhaus geschafft – jeweils als Direktaufsteiger. Paderborn stieg jedoch jeweils nach nur einer Saison wieder ab. Die mögliche Bundesliga-Rückkehr bezeichnete Trainer Ralf Kettemann vorab als „Once-In-A-Lifetime-Chance“. Man könne „deutlich mehr gewinnen als verlieren.“

Druck liegt nach Remis bei Wolfsburg

Der größere Druck lag eindeutig beim VfL, der zum Saisonstart vom Europapokal träumte und dann tief in den Abstiegsstrudel gezogen wurde. Unsicherheit war Wolfsburg in den ersten Minuten zwar nicht anzumerken. Der VfL hatte zugleich aber große Probleme in der Spielgestaltung. Paderborns frühes Pressing wirkte, der Bundesligist war häufig zu einem Neuaufbau über die Abwehrkette gezwungen. Lange Bälle fing Paderborns stabile Defensive sicher ab.

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Der SCP hielt den anfänglichen Druck aufrecht – und kam zur ersten großen Chance: Santiago Castanedas Schuss aus kurzer Distanz klärten Jeanuel Belocian und Torhüter Kamil Grabara in höchster Not im Verbund (9.). Es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, dem die ganz großen Höhepunkte fehlten. Denis Vavro (23.) zielte aus der Distanz daneben. Ex-Salzburger Adam Daghim (32.) scheiterte aus spitzem Winkel an SCP-Torhüter Dennis Seimen. Wolfsburg machte aus dem Plus an individueller Klasse zu wenig. Paderborn lauerte auf Konter.

Auch nach der Pause hatte Wolfsburg Mühe, gefährlich ins letzte Drittel vorzustoßen. Viele Nickligkeiten und Abstimmungsfehler störten den Spielfluss. VfL-Taktgeber Christian Eriksen war bemüht, einen Unterschied zu machen. Geniale Momente hatte aber auch der Däne nicht. Einen Eriksen-Freistoß parierte Seimen sicher (67.). Paderborns Filip Bilbija (84.) vergab die große Chance auf das 1:0.

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(SID/Red.)

Beitragsbild: Imago.