Forschende der Universität Oxford arbeiten offenbar an einem experimentellen Impfstoff gegen die Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus, die aktuell im Kongo und auch in Uganda grassiert. Wie die BBC berichtet, basiert der Impfstoff auf der ChAdOx1-Technologie – derselben, die bereits beim Covid-Impfstoff von Oxford zum Einsatz kam.

Dabei, heißt es, wird ein genetisch verändertes Erkältungsvirus verwendet, das Erbgut des Bundibugyo-Virus in menschliche Zellen transportiert und so das Immunsystem trainiert. Eine Infektion oder Ebola-Symptome löse der Impfstoff nicht aus.

Es gebe aber auch keine Garantie, dass das Vakzin sich als wirksam erweisen werde. Tierversuche in Oxford laufen den Angaben zufolge bereits. Danach seien klinische Studien am Menschen geplant. Die WHO geht laut „BBC“ davon aus, dass der Impfstoff in zwei bis drei Monaten für klinische Studien bereitstehen könnte. Das Serum Institute of India solle die Massenproduktion übernehmen, sobald Oxford geeignetes Material liefern kann, heißt es.

Bundibugyo ist eine seltene Ebola-Variante – bislang gab es nur zwei bekannte Ausbrüche, zuletzt 2012. Einen zugelassenen Impfstoff gegen diese Variante gibt es bisher nicht. Ein weiterer experimenteller Impfstoff befindet sich in Entwicklung, wäre jedoch frühestens in sechs bis neun Monaten testbereit – deutlich später als der Oxford-Kandidat.

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Weil es bislang keinen Impfstoff für die Variante gibt, versetzt der aktuelle Ebola-Ausbruch in Zentralafrika die WHO in größte Sorge. Nach Angaben von WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus gibt es inzwischen fast 750 Verdachtsfälle und 177 mutmaßliche Todesfälle. Bestätigt seien bislang 82 Erkrankungen und sieben Todesfälle.

Die Weltgesundheitsorganisation warnt davor, den Ausbruch in Afrika zu unterschätzen. Es wäre ein großer Fehler, das Risiko herunterzuspielen, sagte der WHO-Regionaldirektor für Afrika, Mohamed Yakub Janabi, am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters in Genf. Ein einziger Fall könne dazu führen, dass sich das Virus über die Demokratische Republik Kongo und Uganda hinaus ausbreite. (Tsp/Reuters)