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Rom (Italien) – Sie versammelte das Fernsehvolk hinter sich mit Quoten, von denen sie als Politikerin nur träumen konnte. Fast 56 Prozent der italienischen Zuschauer sorgten für einen Erfolg der Mussolini-Enkelin Alessandra (63). Die frühere neofaschistische Abgeordnete und spätere Europa-Parlamentarierin gewann die Italo-Version von „Big Brother“.

Die Enkelin des italienischen Faschistenführers Benito Mussolini (†61) setzte sich gegen 15 Konkurrenten durch. Im Interview mit dem „Corriere della Sera“ zeigt sich Alessandra begeistert von der Erfahrung bei „Big Brother“: „Es war eine unendliche Freude. Ich bin hierhergekommen, um Spaß zu haben, um endlich sagen zu können, was ich denke. In Wirklichkeit gibt es diese Freiheit nicht.“

Januar 1963: Sophia Loren (damals 29) hält ihre Nichte Alessandra in den Händen. Daneben sitzt Loren-Schwester Maria Scicolone (damals 25). Im Hintergrund steht der Vater des Kindes, Romano Mussolini (damals 35), Sohn des italienischen Diktators

Januar 1963: Sophia Loren (damals 29) hält ihre Nichte Alessandra in den Händen. Daneben sitzt Loren-Schwester Maria Scicolone (damals 25). Im Hintergrund steht der Vater des Kindes, Romano Mussolini (damals 35), Sohn des italienischen Diktators

Foto: mauritius images/KEYSTONE Pictures USA, Keystone Press/Alamy/Alamy Stock Photos

Ihr Vater heiratete Sophia Lorens Schwester

Diese Frau polarisiert. Offensichtlich liegt das in ihren Genen. Ihr Vater war Romano Mussolini (†78), gefeierter Jazzpianist und eines der fünf ehelichen Kinder des faschistischen Diktators. Romano machte sich nach dem Krieg vor allem als Musiker einen Namen, bewegte sich in den Kreisen der italienischen High Society und lernte Maria Scicolone (88) kennen. Sie ist die Schwester von Filmlegende Sophia Loren (91). Die Schauspielikone ist Alessandras Tante. Damit reicht ihr Familiennetzwerk vom italienischen Faschismus bis nach Hollywood.

Schon früh stand Alessandra selbst im Rampenlicht. Noch bevor sie in die Politik ging, arbeitete sie als Model, Schauspielerin und Sängerin. Sie hat außerdem ein Medizinstudium erfolgreich abgeschlossen. Später wechselte sie auf die politische Bühne, saß im italienischen Parlament, im Senat und sogar im Europaparlament.

2014 saß Alessandra Mussolini für Italien im Europaparlament

2014 saß Alessandra Mussolini (damals 51) für Italien im Europaparlament

Foto: REUTERS

Mussolini gehört einer rechten Partei an

Ihre Karriere begann in einer kleinen neofaschistischen Partei, später schloss sie sich Silvio Berlusconis († 86) Forza Italia an. Heute gehört sie der rechten Regierungspartei Lega an.

Kontroversen begleiteten Alessandra Mussolini dabei stets. Besonders brisant: Von ihrem Großvater und langjährigem Adolf-Hitler-Vertrauten distanzierte sie sich nie öffentlich. Immer wieder verteidigte sie Teile seines Erbes – Aussagen, die in Italien regelmäßig heftige Debatten auslösten.

Alessandra Mussolini (verheiratet, drei Kinder) entdeckt das Reality-TV für sich. 2020 tanzte sie in der italienischen Ausgabe von „Let's Dance“ mit.

Alessandra Mussolini (verheiratet, drei Kinder) entdeckt das Reality-TV für sich. 2020 tanzte sie in der italienischen Ausgabe von „Let’s Dance“ mit.

Foto: picture alliance/Photoshot

Auch mit provokanten Äußerungen sorgte sie für Empörung. In einer Talkshow fiel sie einst mit homophoben Kommentaren auf. Später unterstützte sie allerdings ein Gesetz gegen homophobe Gewalt. Die Hälfte des „Big Brother“-Gewinns (100.000 Euro) will sie nun spenden.