TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen
Explosionen, Verfolgungsjagden, brutale Nahkämpfe – kaum ein Genre entfesselt auf der Leinwand so viel Wucht wie der Actionfilm. Mit „The Furious“ landet jetzt ein asiatischer Prügel-Hammer in deutschen Kinos, der nahezu alles alt aussehen lässt, was Hollywood zuletzt als Blockbuster verkauft hat.
Darum geht es: Im Mittelpunkt steht ein schweigsamer Handwerker (Miao Xie, 42), der einige ruhige Tage mit seiner Tochter (Enyou Yang, 12) verbringt. Doch die Idylle endet abrupt, als das Mädchen entführt wird. Die Polizei kommt nicht weiter, also beginnt der Vater selbst nach den Tätern zu suchen. Dabei trifft er auf Journalist Navin (Joe Taslim, 44), dessen Ehefrau einer Kinderhändler-Bande auf der Spur war und seitdem verschwunden ist. Gemeinsam kämpfen sie sich durch eine Unterwelt voller Gewalt und Korruption.
An dieser Stelle findest du Inhalte aus YouTube
Um mit Inhalten aus YouTube und anderen sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.
soziale Netzwerke aktivieren Um eingebettete Inhalte anzuzeigen, ist Ihre jederzeit widerrufliche Einwilligung (über den Schalter oder über “ Widerruf Tracking und Cookies “ am Seitenende) zur Verarbeitung personenbezogener Daten nötig. Dabei können Daten in Drittländer wie die USA übermittelt werden (Art. 49 Abs. 1 lit. a DSGVO). Mit dem Aktivieren des Inhalts stimmen Sie zu. Weitere Infos finden Sie hier. Überraschend viel Herz im Blutbad
Trotz der brutalen Auseinandersetzungen überrascht „The Furious“ auch mit emotionalen Momenten. Besonders die Beziehung zwischen Vater und Tochter funktioniert erstaunlich gut. Trotz weniger gemeinsamer Szenen entsteht schnell echte Nähe zwischen den Figuren. Das liegt vor allem an den gelungenen Darstellungen der Schauspieler, die ihren Rollen selbst mitten im Chaos glaubwürdige Menschlichkeit verleihen.
Bemerkenswert: Die Tochter bleibt nicht bloß ein klassisches Opfer, das gerettet werden muss. Stattdessen greift sie aktiv in die Handlung ein und beeinflusst den Verlauf der Geschichte selbst. Gerade dadurch gewinnt die Vater-Tochter-Dynamik zusätzliche Tiefe.
Auch die Freundschaft zwischen Navin und dem wortkargen Hauptcharakter entwickelt sich glaubwürdig. Die Chemie der beiden Stars trägt die wenigen ruhigeren Szenen und sorgt dafür, dass der Film emotional deutlich stärker funktioniert, als man zunächst erwartet.
Manche Dialoge sind unfreiwillig komisch
Ganz ohne Schwächen kommt „The Furious“ allerdings nicht aus. Vor allem die englischen Dialoge wirken stellenweise unfreiwillig lustig. Viele Sätze klingen wie direkt aus einem Anfängersprachkurs übernommen. Teilweise entsteht sogar der Eindruck, einzelne Szenen seien nachsynchronisiert worden.
Dazu kommen einige übertrieben pathetische Zeitlupen-Momente, die besonders bedeutungsschwer wirken sollen, aber eher unfreiwillig komisch erscheinen. Andere überzeichnete Szenen funktionieren dagegen hervorragend und lockern die gnadenlose Härte immer wieder angenehm auf.
Die Action sprengt alles weg
Seine wahre Stärke entfaltet der Film jedoch in den Kampfszenen. Regisseur Kenji Tanigaki (55) inszeniert ein Prügel-Spektakel, das selbst erfahrene Actionfans überraschen dürfte. Jede Figur kämpft anders: mal mit wilden Faustkombinationen, mal mit Würfen und Griffen, andere setzen auf brachiale Kraft oder blitzschnelle Tritte. Selbst ein Bogen wird hier zur Nahkampfwaffe umfunktioniert.
Besonders beeindruckend: Viele Kämpfe wirken wie chaotische Massenschlägereien, bei denen Körper übereinander stürzen, Gegner über den Boden rutschen und sich mehrere Kämpfer gleichzeitig verkeilen. Gerade dadurch entsteht eine rohe Dynamik, die man in modernen Hochglanz-Blockbustern kaum noch sieht.
Mehr zum ThemaAction bleibt jederzeit perfekt übersichtlich
Dazu kommt eine starke Inszenierung. Die Kamera bleibt stets nah genug am Geschehen, ohne die Übersicht zu verlieren. Schnittgewitter oder hektisches Gewackel gibt es praktisch nicht. Jede Bewegung bleibt nachvollziehbar, jede Choreografie klar sichtbar.
Natürlich werden 2026 eher Filme wie „Dune 3“, „Avengers: Doomsday“ oder „Spider-Man: Brand New Day“ die Kinokassen dominieren. Doch wer genug von Computereffekten und Formel-Action hat, sollte sich „The Furious“ ab dem 18. Juni unbedingt ansehen.
Der Film liefert kompromisslose Martial-Arts-Action in bester „The Raid“-Tradition – brutal, intensiv und atemlos packend. Selbst nach der Pressevorführung steht fest: Diesen Wahnsinn schaut man sich gern ein zweites Mal im Kino an.