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Saint-Tropez (Frankreich) – Ausgerechnet jetzt, wo die neue Sky-Doku „Ralf & Étienne: Wir sagen Ja“ die große Liebe von Ex-Formel-1-Fahrer Ralf Schumacher (50) und seinem Partner Étienne Bousquet-Cassagne (36) ins Rampenlicht rückt, holt die Vergangenheit den Franzosen wieder ein! Der „Spiegel“ erinnert aktuell kritisch daran, dass Bousquet-Cassagne jahrelang für den rechten Front National, jetzt Rassemblement National, aktiv war, und dort sogar als Nachwuchshoffnung galt.
Das Nachrichtenmagazin kritisiert: „Denn ein langjähriger Politiker einer rechtsextremen Partei wird nicht einfach so zu einer politisch unbelasteten Dokusoap-Figur, weil er heiratet, schöne Anzüge trägt und von seinem Partner nach der Schönheits-OP eine Suppe gereicht bekommt, die er durch einen Strohhalm schlürft.“ Die Normalisierung eines schwulen Paares sei zwar erfreulich, die Romantisierung eines ehemaligen Front-National-Funktionärs sei es aber nicht.

Im Mai 2013 war er mit der damaligen Front-National-Chefin Marine Le Pen (damals 44) auf Wahlkampftour
Foto: Bernard Patrick/ABACA/Shutterstock

Etienne (r., damals 23) mit Front-National-Gründer Jean-Marie Le Pen (†96) bei einer Veranstaltung zu den Kommunalwahlen in Villeneuve-sur-Lot 2014
Foto: action press
Étienne wurde 2007 Mitglied der Le Pen-Partei
2007 trat er mit 17 Jahren der Le Pen-Partei bei, als 23-Jähriger wurde er Kandidat des Front National, mit 27 Jahren war er der jüngste Kandidat bei den Parlamentswahlen. Später führte er die Listen der Kommunalwahlen in Villeneuve-sur-Lot an und wurde schließlich im Departement Lot-et-Garonne als Stadt- und Regionalrat gewählt.
Über Partei-Chefin Marine Le Pen (57) sagte Bousquet-Cassagne: „Sie erschien mir sympathisch.“ Er hatte einige Interviews mit ihr gesehen und wollte beim Wiederaufbau einer Partei helfen, die am Boden lag. Er in „La Dépêche“: „Wenn ich mich beim Front engagiert habe, dann aus Überzeugung und weil ich die Ideen unterstütze. Am Anfang war es, um Flugblätter zu verteilen und Plakate zu kleben.“

Sie haben sich zum Knutschen gern. Im Juli 2024 hatten Ralf Schumacher und Étienne ihr Liebes-Outing
Foto: ddp
2020 beendete er seine Polit-Karriere
Mit Blick auf Homosexualität macht der Rassemblement National seit Jahren einen Spagat: Le Pen positioniert sich einerseits als Schutzpatronin für Homosexuelle, wenn sie Anfeindungen aus muslimischem oder migrantischem Milieu erfahren. Andererseits ruft ihre Partei lautstark zu Kritik an „LGBT-Propaganda“ und „Gender-Ideologie“ auf.
Im September 2020 zog Etienne schließlich einen Schlussstrich unter seine politische Karriere bei den Rechten. In einem Brief verlautbarte er damals: „Nach 13 Jahren Engagement für die FN und dann für die RN, die aus aufregenden Momenten und faszinierenden Begegnungen bestanden, habe ich die Entscheidung getroffen, all meinen politischen Aktivitäten ein Ende zu setzen.“