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Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) – Plötzlich wird Deutschlands Punk-Rock-Legende emotional. Gerade haben die Toten Hosen ihr Album „Trink aus, wir müssen gehen!“ aufgenommen, da wird Campino (63) der besondere Moment bewusst. Es ist die letzte Studioproduktion nach mehr als 40 Jahren Bandbestehen. Der sonst so coole Sänger kämpft mit den Tränen. Zu sehen ist die Szene in der ARD-Doku „Die Toten Hosen – Das letzte Album“.

Nachdem die Musiker im Studio mit Champagner in Pappbechern angestoßen hatten, sitzen Campino, Gitarrist Andreas von Holst (61) und Produzent Vincent Sorg (52) zusammen. „Dass das jetzt das Ende ist, ist schwer“, sagt er langsam. Seine Stimme stockt. „Ich bin betrübt.“ Die Kamera zeigt in Nahaufnahme, wie Campinos Augen feucht werden. „Aufhören…“ Er macht eine Pause. „Ich kann nicht verhindern, dass das etwas auslöst. Ich komme mir vor wie verprügelt.“ So verletzlich hat sich die Musiklegende noch nie in der Öffentlichkeit gezeigt. Jedem Zuschauer wird klar: Das ist ein ganz intimer Moment.

Die Kamera zeigt in Nahaufnahme, wie Campinos Augen feucht werden

Die Kamera zeigt in Nahaufnahme, wie Campinos Augen feucht werden

Foto: SWR

Campino zeigt sich so verletzlich wie nie

„Kuddel“ von Holst geht das nah. „Ich war erstaunt, dass Campi in so ein Loch gefallen ist, dass er weinen musste“, sagt er in der Doku. „Es hat ihn sehr mitgenommen. Ich warte darauf, dass auch bei mir die Traurigkeit einsetzt.“ Doch es ist ein selbst gewählter Weg. In dem Film wird klar, dass Campino die Entscheidung, dass dies das letzte Hosen-Album ist, bereits vor mehr als zwei Jahren fällte. Was nicht bei allen Bandmitgliedern auf Begeisterung stieß, aber akzeptiert wurde.

Mehr zum ThemaAls alles vorbei ist, sitzen Gitarrist Andreas von Holst (61), Produzent Vincent Sorg (52) und Campino (v.l.) im Studio zusammen

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Foto: SWR

Kollegen müssen unter Campinos Launen leiden

Denn, auch das wird in den eineinhalb Stunden deutlich: Der Frontmann ist der unbestrittene Chef. Er schreibt die Texte, er gibt die Richtung vor und unter seinen Launen müssen die Kollegen manchmal leiden. Vor allem, wenn sein Herzensklub FC Liverpool verliert. Deshalb, so Schlagzeuger Vom Ritchie (61), drücke jeder in der Band den „Reds“ die Daumen.

Für die Doku ließen sich die Toten Hosen erstmals bei den Studioaufnahmen von Kameras begleiten

Für die Doku ließen sich die Toten Hosen erstmals bei den Studioaufnahmen von Kameras begleiten

Foto: SWR/Robert Eikelpoth/Design Dirk Rudolph

Tour der Toten Hosen geht bis 2027

Zwei Jahre hat Regisseur Eric Friedler (54) die Toten Hosen bei der Entstehung von „Trink aus, wir müssen gehen!“ begleitet. Das filmische Ergebnis ist jetzt in der ARD-Mediathek zu sehen, das musikalische ist ab dem 29. Mai im Handel. Im Juni starten sie ihre große Tournee, für die bereits mehr als 1 Mio. Tickets verkauft worden sind. Nur für die Zusatztermine 2027 gibt es noch Karten. Was danach kommt, ist offen. Ob endgültiger Abschied oder nicht – es wird sicher ähnlich emotional wie bei den letzten Studioaufnahmen.