Er war das Gesicht des TSV Egger Glas Hartberg: Kämpferherz, Kapitän, Galionsfigur: Jürgen Heil. Der elf Jahre voller Leidenschaft, Emotionen, Herzblut, Einsatz und unvergessliche Momente im Dress der Blau-Weißen erlebte. Der 29-jährige Steirer verlässt den Tabellensechsten und wechselt ablösefrei zum Bundesliga-Konkurrenten SK Sturm Graz in die steirische Landeshauptstadt – wir berichteten. Beim Abschied gab es sowohl von Jürgen Heil als auch TSV-Geschäftsführer Erich Korherr und -Präsidentin Brigitte Annerl emotionale Worte.

321 Spiele in elf Jahren / Aus Regionalliga bis in Bundesliga
Eigentlich kaum vorstellbar, dass dieses Kapitel nun zu Ende geht. Der Abschied fällt in Hartberg allen schwer und schmerzt, doch der Stolz auf die gemeinsamen Jahre und Erfolge überwiegt. Mit 321 Spielen, 19 Toren und 24 Assists hinterlässt Jürgen Heil eine beeindruckende Bilanz im Dress des TSV.
Nach dem Vizemeistertitel in der Regionalliga in seiner ersten Saison, als Erich Korherr und das Trainerduo Ilzer/Hölzl den damals 18-Jährigen aus Anger nach Hartberg holten, begann eine außergewöhnliche gemeinsame Reise. Bereits in der darauffolgenden Saison krönte sich der TSV zum Meister der Regionalliga Mitte und schaffte den Aufstieg in die 2. Liga. Eine weitere überragende Spielzeit endete auf Platz zwei und bedeutete im Zuge der Bundesliga-Reform den historischen Aufstieg in die höchste österreichische Spielklasse.
Was danach folgte, ist längst Teil der Hartberger Vereinsgeschichte: Acht Bundesliga-Saisonen, dreimal die Meistergruppe, die Teilnahme an der Europa-League-Qualifikation und das ÖFB-Cup-Finale 2025. Jürgen Heil war bei all diesen Erfolgen ein fixer Bestandteil der Mannschaft – über Jahre hinweg loyal, konstant und mit vollem Herzen für den TSV im Einsatz. Später führte er das Team als Kapitän aufs Feld und verkörperte den Verein wie kaum ein anderer Spieler. Nun endet die gemeinsame sportliche Reise, die Verbundenheit zum TSV Hartberg wird jedoch für immer bleiben.
„Kein einziger Hartberger hätte jemals gedacht, dass wir in der Bundesliga so viel erreichen können“
Jürgen Heil blickt emotional auf die Zeit zurück:
„Der Tag ist gekommen, an dem ich Danke sagen möchte. Elf wundervolle Jahre – ich habe mit diesem Verein unglaublich viel erlebt. Es war eine einzigartige Reise. Als ich im Sommer 2015 zum Verein gestoßen bin, wusste ich mit 18 Jahren noch nicht genau, worauf ich mich einlasse. Dass es einmal so enden würde, hätte ich mir niemals erträumen lassen. Dann kamen die Aufstiege: Meister in der Regionalliga, der Durchmarsch aus der 2. Liga in die Bundesliga, dazu so viele großartige Menschen und unvergessliche Erinnerungen. Kein einziger Hartberger hätte jemals gedacht, dass wir in der Bundesliga so viel erreichen können.
Das erste Jahr war unglaublich hart, wir haben erst im letzten Spiel den Klassenerhalt fixiert. Im zweiten Jahr dann oberes Play-off und Europacup – und es ging erfolgreich weiter. Die zweite Teilnahme an der Meistergruppe, ein Punkterekord, und plötzlich wurde unser Fußballstil in der ganzen Liga bewundert. Auch die letzte Saison war etwas Besonderes – zum dritten Mal oberes Play-off. Es war nie einfach für uns, aber wir haben als Verein, Mannschaft und Fans immer zusammengehalten.
Ich möchte mich bei allen Wegbegleitern bedanken – bei Brigitte, Erich, allen Funktionären, Ehrenamtlichen, Physios, Trainern und Mitspielern. Es gibt unzählige Menschen, die Teil dieser Reise waren. Ich habe mit 269 Spielern gemeinsam auf dem Platz gestanden und jeden einzelnen davon geschätzt. Es war eine gewaltige Zeit. 321 Mal Hartberg. Man sieht sich im Leben immer zweimal. Ich möchte einfach nur DANKE sagen.“

„Jürgen hat den TSV Hartberg wie kaum ein anderer Spieler verkörpert“
Obmann und Geschäftsführer Erich Korherr blickt dankbar zurück:
„Jürgen hat den TSV Hartberg wie kaum ein anderer Spieler verkörpert. Mit seiner Leidenschaft, seinem aufopferungsvollen Einsatz und seiner Mentalität war er über elf Jahre hinweg ein Vorbild auf und neben dem Platz. Er stellte sich stets in den Dienst der Mannschaft, gab in jedem Spiel 100% und mehr und entwickelte sich zu einer echten Führungspersönlichkeit sowie Identifikationsfigur.
Spieler wie Heili werden im modernen Fußball immer seltener – direkt, bodenständig und handgeschnitzt. Daher haben wir uns auch bemüht, ihn bis zur Fußballpension in Hartberg zu halten. Gleichzeitig verstehen wir natürlich seinen Schritt, wenn sich die Möglichkeit bietet, bei einem Großklub zu unterschreiben.
Sein Transfer zeigt einmal mehr, dass sich der TSV Hartberg als Sprungbrett für höhere Aufgaben etabliert hat – darauf sind wir als Verein sehr stolz. Wir bedanken uns bei Jürgen für seinen außergewöhnlichen Einsatz und wünschen ihm sowohl sportlich als auch privat nur das Beste. Und wer weiß – vielleicht führt ihn sein Weg eines Tages in anderer Funktion zurück nach Hartberg.“

„Jürgen hat mich immer wieder liebevoll seine „Zweit – Mama“ genannt, das zeigt auch unsere persönliche Verbundenheit“
Präsidentin Brigitte Annerl fand auch nur lobende Worte für den Kapitän:
„Mein Herz weint, der Abschied von Jürgen Heil fällt mir persönlich sehr schwer. Jürgen hat mich immer wieder liebevoll seine „Zweit – Mama“ genannt, das zeigt auch unsere persönliche Verbundenheit. Für den TSV Hartberg war Jürgen über Jahre hinweg das Gesicht des Vereins, ein Vorbild auf und neben dem Platz und jemand, der sich immer mit vollem Herzen, Leidenschaft und Engagement eingebracht hat. Mit Jürgen verlässt uns nicht nur ein außergewöhnlicher Spieler, sondern vor allem ein besonderer Mensch, der über viele Jahre ein wichtiger Teil der TSV-Hartberg-Familie geworden ist. Das wird für immer bestehen bleiben – die Türen werden immer offen sein!
Gleichzeitig überwiegt der Stolz. Mit seinem Wechsel zum SK Sturm Graz erfüllt sich Jürgen einen großen Kindheitstraum. Schon als kleiner Junge war er gemeinsam mit seinem Vater im Stadion und hat Sturm angefeuert. Dass er nun selbst für diesen Verein spielen darf, möglicherweise in der Champions League aufläuft und damit den nächsten großen Schritt in seiner Karriere macht, sich seinen Traum erfüllen kann, ist etwas ganz Besonderes und absolut verdient.
Lieber Jürgen, danke für alles, was Du für unseren Verein geleistet hast, Danke für Dich. Ich wünsche Dir von Herzen nur das Beste, viel Erfolg und viele unvergessliche Momente auf Deinem weiteren Weg.“
Fotocredit: RiPu Sportfotos und Gepa-Admiral