Das Karl‑Lueger‑Denkmal ist im Zuge der Umgestaltungsarbeiten bei einem Steinmetzbetrieb in Traiskirchen (Bezirk Baden) von unbekannten Tätern schwer beschädigt worden. Das bestätigte ein Polizeisprecher einen Online‑Bericht des ORF.
Die Täter brachen in eine Werkhalle ein, in der das Denkmal restauriert und gereinigt wurde. Zum genauen Ausmaß des Schadens machte die Polizei keine Angaben.
Der Vorfall soll sich zwischen dem 13. und 18. Mai ereignet haben. Bisher gibt es laut Polizei keine Hinweise auf die Täter. Das Landesamt Staatsschutz und Extremismusbekämpfung hat die Ermittlungen übernommen.
Ermittlungen nach Einbruch in Werkhalle
Ende Jänner war die Bronzefigur des früheren Wiener Bürgermeisters Karl Lueger (1844–1910) im Zuge der Vorarbeiten für die geplante Kontextualisierung des Denkmals an der Wiener Ringstraße abgebaut worden. Lueger gilt wegen seines Antisemitismus als umstritten.
Bis zum Sommer soll das Denkmal entsprechend dem Konzept des Künstlers Klemens Wihlidal wieder aufgestellt werden. Geplant ist eine Neigung der Statue von 3,5 Grad. Die Umgestaltung ist Teil eines künstlerischen Konzepts, das eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der historischen Person ermöglichen soll.
Politische Reaktionen nach Beschädigung folgten prompt
Die ÖVP verurteilte in einer Aussendung die Sachbeschädigung „aufs Schärfste“ und sprach von einem „offenbar linksextrem motivierten Angriff auf die Lueger‑Statue“. Gemeinderätin Caroline Hungerländer wurde mit den Worten zitiert: „Wer zu Zerstörung greift, anstatt sich sachlich mit Themen auseinanderzusetzen, leistet keinen Beitrag zur Erinnerungskultur, sondern untergräbt sie.“
Auch die FPÖ reagierte mit scharfer Kritik. Die Zerstörungswut sei das Ergebnis einer „jahrelangen linksradikalen Hetze“, hieß es in einer Aussendung.
Besonders erschreckend sei die „offen kriminelle Dimension“ der Tat. Wenn in Lagerhallen eingebrochen werde, handle es sich nicht mehr um Kavaliersdelikte, sondern um schwere Sachbeschädigung und kriminelle Energie. Zudem übte die FPÖ Kritik an der gesamten Vorgehensweise rund um das Denkmal und den damit verbundenen Kosten.