Börsenhändler auf dem Parkett der New Yorker Börse.

marktbericht

Stand: 27.02.2026 • 18:13 Uhr

Mit einem Plus von rund drei Prozent beendet der DAX den Börsenmonat Februar – auch wenn der letzte Handelstag etwas holprig verlief. Enttäuschende Zahlen von BASF und schwache Vorgaben aus den USA drückten auf die Stimmung.

Der Weg zum nahen Allzeithoch könnte für den DAX angesichts zahlreicher Störfeuer in der neuen Woche holprig werden. „Die Unsicherheit, welche Folgen der Einsatz Künstlicher Intelligenz für die Geschäftsmodelle von Unternehmen haben wird, und Sorgen vor drohenden Militärschlägen der USA gegen den Iran bremsen derzeit den DAX“, sagt Commerzbank-Stratege Andreas Hürkamp.

Der deutsche Leitindex kam in der alten Woche kaum vom Fleck, schließlich beendete er den letzten Handelstag im Februar nahezu unverändert bei 25.284 Punkten. Zwischenzeitlich nahm der Leitindex sogar das jüngste Rekordhoch ins Visier, wie in den Tagen zuvor blieb es aber dabei, dass es oberhalb von 25.300 Punkten Widerstand gibt.

Der DAX legte auf Monatssicht im Februar gut drei Prozent zu und dürfte zum Auftakt in den Börsenmonat März dürfte das bisherige Rekordhoch wieder in den Fokus nehmen. Für eine Bestmarke müsste der deutsche Leitindex die 25.507 Zähler aus dem Januar überbieten. „Unserer Meinung nach könnten, sofern geopolitische Störfaktoren ausbleiben, Anfang März neue Bestmarken folgen“, gaben sich die Experten von Index-Radar zuversichtlich. Baader-Bank-Experte Robert Halver hält je nach Nachrichtenlage weitere Kursschwankungen wegen Zinsfantasie, Geopolitik und Zöllen für möglich.

Ausgebremst wurde der DAX heute durch den mit Enttäuschung aufgenommenen Ausblick von BASF. Der weltgrößte Chemiekonzern stellt sich nach einem Gewinneinbruch auf ein weiteres schwieriges Jahr ein und reagiert mit einem verschärften Sparkurs. Die ausbleibende Gewinndynamik schicke die Aktien in die Verlustzone, erläuterte Andreas Lipkow von CMC Markets. Die Papiere von BASF gaben zeitweise um rund fünf Prozent nach und gehörten heute zu den schwächsten Werten im DAX.

Für lange Gesichter sorgten zum Wochenschluss auch die Geschäftszahlen von Delivery Hero, obwohl der Essenslieferant im vierten Quartal deutlich mehr verdient hat. Doch Delivery Hero verfehlte trotzdem die Markterwartungen, die im MDAX gelistete Aktie geriet zunächst unter Druck und rutschte bis unter 19 Euro ab. Am frühen Nachmittag setzte eine Gegenbewegung ein.

Die Inflationsrate ist hierzulande im Februar überraschend unter die Zwei-Prozent-Marke gefallen. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich um durchschnittlich 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. „Der Preisauftrieb ist in den vergangenen Monaten durch niedrigere Energiepreise und einen starken Wechselkurs des Euro zum US-Dollar gebremst worden“, sagte der Chefvolkswirt der DekaBank, Ulrich Kater. Viele Experten gehen davon aus, dass die Teuerungsrate auch in den kommenden Monaten um die Zwei-Prozent-Marke herum schwanken wird.

Ganz anders in den USA: Dort ist der Preisauftrieb auf Erzeugerebene zu Beginn des Jahres höher als erwartet ausgefallen. Im Januar stiegen die Herstellerpreise um 2,9 Prozent, wie das US-Arbeitsministerium heute mitteilte. Die Kernrate, bei der schwankungsanfällige Preise für Energie und Nahrungsmittel ausgeklammert werden, fiel mit 3,6 Prozent ebenfalls deutlich höher aus als erwartet.

Diese Entwicklung könnte der US-Notenbank Federal Reserve Argumente gegen zeitnahe Zinssenkungen liefern – das ließ die Anleger heute den Rückwärtsgang einlegen. Zu Handelsbeginn fielen die US-Börsen teils deutlich, der Leitindex Dow Jones Industrial um 1,6 Prozent auf 48.717 Punkte. Damit deutet sich für den Dow ein Wochen- und Monatsverlust an.

In der neuen Woche stehen dann einige wichtige Konjunkturindikatoren an, allen voran der US-Arbeitsmarktbericht am kommenden Freitag, der weitere wichtige Signale für die Zinspolitik der US-Notenbank Fed liefern dürfte.

Ein großes Thema an den Märkten bleibt die Entwicklung des Technologiesektors, besonders wegen der Veränderungen durch Künstliche Intelligenz (KI). Dort lieferte heute der ChatGPT-Entwickler OpenAI Gesprächsstoff: Er hat sich in einer neuen Finanzierungsrunde 110 Milliarden Dollar gesichert und kommt damit auf eine Bewertung von 840 Milliarden Dollar. Zu den größten Investoren zählen Amazon mit einer Zusage über 50 Milliarden Dollar sowie SoftBank und Nvidia mit jeweils 30 Milliarden Dollar.

Teil der Vereinbarung mit Amazon ist eine vertiefte technologische Partnerschaft. OpenAI werde zwei Gigawatt Rechenkapazität nutzen, die auf Amazons eigenen „Trainium“-Chips basiert. Zudem werde die Amazon-Cloudsparte AWS der exklusive Drittanbieter für die Unternehmensplattform OpenAI Frontier.

Der Ausstieg aus dem Bieterkampf um Warner Brothers hat die Netflix-Aktien zu US-Handelsbeginn beflügelt: Die Aktien des Streaming-Giganten stiegen zeitweise um bis zu zehn Prozent. Warner Brothers dürfte nun an Paramount und den als Trump-Unterstützer geltenden Larry Ellison gehen.

Die Ölpreise sind wegen der anhaltenden Unsicherheiten bezüglich der Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran heute deutlich gestiegen. Die Nordseesorte Brent und das US-Öl WTI verteuerten sich um rund zwei Prozent – Analysten zufolge enthalten die aktuellen Ölpreise bereits eine Risikoprämie von etwa acht bis zehn Dollar. Anleger fürchten vor allem eine Unterbrechung der Ölversorgung aus dem Nahen Osten über die strategisch wichtige Straße von Hormus.