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Anholt (Dänemark) – Sie sitzen auf seinem riesigen Körper, picken, zerren, stochern. Seit Tagen machen sich Möwen über den Kadaver von Buckelwal Timmy her. Gleichzeitig bläht sich der tote Meeresriese immer weiter auf. Können die Vögel den Wal am Ende zum Platzen bringen? Meeresbiologe Fabian Ritter (58) klärt auf.

Seitdem Timmy am 14. Mai leblos vor der dänischen Insel Anholt entdeckt wurde, wird sein Körper runder und runder. Die Ursache: Bakterien zersetzen ihn und produzieren gefährliche Gase. „Kohlendioxid, Methan, Schwefelwasserstoff und so weiter“, konkretisiert Ritter. Problem: Die dicke Haut des Wals, Gewebe und eine Fettschicht verhindern, dass die Gase entweichen können. Genau deshalb wird Timmy immer praller.

Meeresbiologe Fabian Ritter

Meeresbiologe Fabian Ritter

Foto: Henning Schaffner

Besonders sichtbar sei das im Bereich des Mauls und der sogenannten Kehlfalten, ordnet Ritter ein. Diese extrem dehnbaren Hautfalten brauche der Buckelwal normalerweise zum Fressen – er könne damit Tausende Liter Wasser auf einmal aufnehmen. Jetzt sind es die Gase, die die Falten dehnen und Timmy in einen Ballon verwandeln. Könnten die Schnäbel der Möwen alles zum Platzen bringen?

Möwen hacken Wal – doch sie kommen nicht durch

Der Experte gibt vorerst Entwarnung: „Die Möwen werden kaum schaffen, den Wal aufzupicken.“ Zwar würden die Vögel Hautpartikel, kleine Krebse, Würmer und andere Organismen von der Oberfläche des toten Wals fressen. Vor allem aus den Kehlfalten. Doch ausgerechnet das Fett unter der Haut, das dazu beiträgt, die Gase im Kadaver einzuschließen, schützt Timmy vor den Möwenschnäbeln. „Das sind bei gesunden Walen zehn, 20, 30, manchmal 40 Zentimeter Speckschicht“, erklärt Ritter. Zu viel für die Piker auf der Oberfläche.

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Es gilt jedoch nach wie vor: Der Kadaver von Timmy ist gefährlich. Mit jedem Tag steigt der Druck im Inneren weiter an. Ritter erklärt: „Wenn man nicht vorher mit gezielten Stichen oder mit einer Lanze dafür sorgt, dass die Gase entweichen können, dann besteht tatsächlich Explosionsgefahr.“