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Cannes (Südfrankreich) – Kennen Sie den Satz, den Renée Zellweger (57) zu Tom Cruise (63) in „Jerry Maguire“ sagt? You had me at hallo. Du hattest mich schon nach dem Hallo. So ging es mir vor ein paar Tagen, als Heidi Klum (52) in einem Interview in Cannes zu Frauke Ludowig „Mir läuft die Suppe runter“ sagte. Sie sprach von ihren verschwitzten Wechseljahren, entspannt, unerschrocken.

Es war ihr „Ich bin schwul, und das ist auch gut so“-Klaus Wowereit Moment. Einer, der nachhallt, den man nicht wieder vergisst. Ich schreckte kurz zusammen, weil man so viel Ehrlichkeit von einer öffentlichen Person nicht gewohnt ist, dann wurde mir warm ums Herz und ich wurde Fan.

Heidi Klum posiert trotz Beschwerden durch die Wechseljahre wie ein Profi und wunderschön auf dem roten Teppich der diesjährigen Filmfestspiele in Cannes

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Foto: Getty Images

Heidi Klum hat Mut zur Ehrlichkeit

Das war nicht die Rampensau Heidi, die mich mit ihrer ständigen Räkelei auf Instagram so genervt hatte, halbnackt am Strand, im Bett, Wuschelhaare, Hans und Franz immer dabei und natürlich Tom, ihr lockiger Loverboy. Immer sah sie aus wie kurz vor oder nach dem Sex. Bis die Suppe runterlief, war sie ein Sexy Beast in Dauerschleife. Und jetzt ist sie eins mit Hitzewallungen. Eins wie du und ich.

Es gehört Mut und Selbstbewusstsein dazu, sich in der Promiwelt nicht wie Demi Moore (63) mit Ozempic fast gruselig auszumergeln, nicht jedes klitzekleine Alterszeichen panisch wegzubotoxen und zu spritzen, sondern die neue, klimakterische Moppeligkeit – „Ich bin einfach ein bisschen dicker“ – zu akzeptieren, ich finde es großartig und ich gratuliere ihr dazu. Das ist echte Frauenpower.

Tom und Heidi genießen die Tage in Cannes. Neben diversen Auftritten auf dem roten Teppich, entspannten sie in der Promi-Metropole

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Foto: action press

Supermodel bricht Tabu

Ein männlicher Promi würde doch eher eine Schafsmagensuppe essen, als in einem Interview „Ich krieg’ keine Tinte mehr auf den Füller“ zu verkünden. Egal, wie vielen Männern mit Erektionsproblemen er vielleicht helfen würde.

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Vor allem die „Suppe“ macht die Menopause für viele Frauen zur Hölle. Männer haben keine Ahnung, wie sich ein Hot Flash anfühlt – ohne Vorwarnung glüht der Körper so heftig, dass man, wie es eine Freundin formulierte: „am liebsten nackt vor einem offenen Kühlschrank stehen möchte.“

Manche Frauen wechseln in dieser Zeit dreimal pro Nacht die Bettwäsche. Greifen in Restaurants zur Speisekarte und fächeln sich Luft zu. Mich selbst erwischte es zum Glück nur sanft, aber ich erinnere, dass ich, wo immer ich hinkam, sofort das Fenster aufriss, auch im tiefsten Winter.

Tom Kaulitz findet seine Heidi mit ein paar mehr Kilos noch attraktiver, wie das Model im BILD-Interview verriet

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Foto: Getty Images for amfAR

In den Neunzigern suchte ich für eine Reportage Promifrauen in den Wechseljahren, keine wollte mit mir reden. Keine „war schon so weit“, wie es viele formulierten, auch die Fünfzigjährigen nicht. Aber jetzt, dank eines fast 53-jährigen Supermodels, der die Suppe runterläuft und die dabei so heiß wie nie aussieht, sind wir es vielleicht. Mit ihrem Suppensatz und ihrem neuen Kuschelkörper hat sie Frauen die Angst genommen.

Danke Heidi.