90minuten: Man muss dazu sagen, dass auch die WSG vor dem Spiel ausgiebig gefeiert hat. 

Silberberger:  Ich kenne ja auch die WSG in- und auswendig und habe es dort über viele Jahre ähnlich erlebt. In den letzten Wochen waren wir als Trainer, als Spieler, als Menschen einem enormen Druck ausgesetzt – das ist keine Lebensqualität. Wenn das dann wegbricht, sollte man dafür auch ein bisschen Verständnis haben. 

90minuten: Auch Ihre Situation hat sich durch den geschafften Klassenerhalt verändert, eigentlich wäre Ihr Vertrag ja nur bis Saisonende gelaufen, hat sich jetzt aber verlängert…

Silberberger: Das wurde bis jetzt immer falsch kommuniziert, ich habe von Anfang an für 2028 unterschrieben, egal in welcher Liga. Ich habe mich dadurch auch nie unter Druck gesetzt gefühlt. 

90minuten: Sie können sich jetzt jedenfalls auf die Zukunft konzentrieren. Der WAC hat sich in den letzten Jahren einen klaren Kurs auferlegt. Spieler sollen sich hier entwickeln und einen nächsten Schritt machen. Welchen Zugang haben Sie zu diesem Ansatz?

Silberberger: Ich tausche mich täglich mit der Geschäftsführung aus. Mit der Herangehensweise, Spieler zu entwickeln und weiterzuverkaufen, kann ich mich gut identifizieren. Ich habe es jahrelang bei der WSG und der Admira ähnlich erlebt, wobei der WAC natürlich den Vorteil hat, dass man durch die Transfererlöse der letzten Jahre bei der einen oder anderen Entscheidung ein bisschen mutiger sein kann. Bei der WSG musste damals  jeder Schuss ein Treffer sein. Ich bin Fan davon, Spieler zu entwickeln. Ich habe auch schon bewiesen, dass ich das kann – mit Baden-Frederiksen, Yeboah, Vrioni – auch wenn mir bei der Admira manche das Gegenteil vorgeworfen haben.

90minuten: Wir haben den WAC im letzten Jahr als Meisterkandidaten erlebt, in dieser Saison im Abstiegskampf. Was kann man sich 2026/27 erwarten?

Silberberger: Letzte Saison war natürlich Wahnsinn. Es ist fast unmöglich, das zu toppen. So kritisch wie jetzt darf es aber auch nicht wieder werden. Ich glaube schon, dass wir eine Mannschaft zusammenstellen werden, mit der man die Top 6 definitiv als Ziel ausrufen muss.