„Wir wussten, dass Oxytocin im Gehirn auch aus anderen Bereichen als dem Axon freigesetzt wird, aber wir hatten nur ein begrenztes Verständnis davon, wie dieser Prozess reguliert wird“, erklärt Aznar-Escolano’s Kollegin Sandra Jurado. „Unsere Arbeit konzentriert sich darauf, die Mechanismen zu verstehen, die diese langsame und anhaltende Freisetzung ermöglichen, die das Gehirn wahrscheinlich auf soziale Interaktionen vorbereitet.“

Mäuse werden weniger sozial engagiert

Die Veränderung lässt sich auch beim Verhalten der Mäuse sehen. In Verhaltenstests zeigten die Mäuse zwar weiterhin soziales Interesse an Artgenossen, ihre Interaktionen waren jedoch kürzer und weniger ausgeprägt. „Die Effekte sind subtil, aber sehr aufschlussreich“, erklärt Jurado. „Es handelt sich nicht um einen vollständigen Verlust der sozialen Fähigkeit, sondern eher um eine Feinabstimmung der Qualität sozialer Interaktionen.“

Nach Angaben der Forschenden spricht dies dafür, dass dieser langsamere Freisetzungsweg des Oxytocins dadurch ein Grundniveau des Kuschelhormons aufrechterhält. „Dies bereitet das Gehirn darauf vor, angemessen auf soziale Reize zu reagieren“, erklärt Jurado.

Die Ergebnisse liefern damit neue Einblicke in die Regulation hormoneller Signale im Gehirn und könnten helfen, psychiatrische Erkrankungen, bei den Oxytocin eine Rolle spielt, besser zu verstehen. (Communications Biology, 2026; doi: 10.1038/s42003-025-09442-5

Quelle: Universität Miguel Hernández Elche  

19. Februar 2026

– Carolin Malmendier