Mit seinem 35. und letzten Spiel in der Bundesliga-Saison 2025/26 will die SV Oberbank Ried nochmal letzte Kräfte mobilisieren. Mit einem 2:1-Vorsprung aus dem Hinspiel am Freitag gehen die Innviertler in das Retourmatch im BL-Conference-League-Playoff-Finale am Pfingstmontag (17 Uhr, Ligaportal-LIVETICKER) gegen den SK Rapid. Was ist nach der kräftezehrenden englischen Woche für die Rieder noch „im Tank“? Gelingt den Oberösterreichern der „große Wurf für Europa“? In seiner Heimatstadt Wien ist es definitiv das letzte Spiel für Maximilian Senft als SVR-Cheftrainer.

Präsident Thomas Gahleitner und die Verantwortlichen der SV Ried hielten auch in schwierigen Zeiten und gerade im ersten Jahr stets an Maximilian Senft als Cheftrainer fest, der das Vertrauen letztendlich zurückzahlte.
Stetes Vertrauen der Rieder Verantwortlichen in Senft zahlte sich aus
Maximilian Senft blickt auf eine spannende Zeit bei der SV Ried. Im Sommer 2022 kam der gebürtige Wiener vom burgenländischen Amateurklubs SC Pinkafeld, wo er Cheftrainer war, ins Innviertel. Zuvor sammelte Senft bereits wertvolle Erfahrungen als Co-Trainer auf der Insel beim FC Barnsley, WAC, Austria Wien und FAC.
Bei der SV Ried übernahm er als 32-Jähriger die 2. Mannschaft des Bundesligisten und löste nach einem Dreivierteljahr am 1. März 2023 Christian Heinle (inzwischen FC Hertha Wels) als Cheftrainer der Profis ab. Bei seiner Feuertaufe in Österreichs Fußball-Beletage vermochte Maximilian Senft bei nur einem Sieg in 13 BL-Spielen (6U, 6N) den Abstieg nicht mehr zu vermeiden, auch weil zu viele Unentschieden dabei waren.
Dennoch vertrauten die SVR-Verantwortlichen dem Jungtrainer und peilten in einem „Zwei-Jahres-Plan“ die Bundesliga-Rückkehr an. Im ersten 2. Liga-Jahr galt es noch dem GAK 1902 den Vortritt zu lassen, um am Ende Vizemeister zu werden. Doch auch jetzt, was im Fußball-Business beachtlich ist, hielten die Entscheidungsträger an Senft fest. Und in der Saison 2024/25 war es dann soweit mit dem Aufstieg im zweiten Jahr.
Mit Abstand längste Cheftrainer-Amtszeit bei SV Ried seit legendärem Paul Gludovatz
Als Aufsteiger brauchten die Rieder zwar dann erstmal ihre Anlaufzeit, um im Spätsommer mit zwei furiosen Auswärtssiegen in Linz gegen den LASK und FC Blau-Weiß ihre Konkurrenzfähigkeit unter Beweis zu stellen. Und Maximilian Senft seine Qualitäten als ambitionierter Bundesliga-Trainer. Bereits im Winter war Vorjahres-Meister SK Sturm Graz am jungen SVR-Coach dran. Der nun dem Lockruf nach Deutschland zum Traditionsklub Karlsruher SC in die 2. Liga folgt. Nach Oliver Glasner und Miron Muslic (jüngst BL-Aufsteiger mit Kultklub FC Schalke 04) hat es somit wieder einer von den Riedern nach Deutschland geschafft.
Bemerkenswert: Mit 1217 Tagen (01.03.2023 – 30.06.2026) weist Maximilian Senft die mit Abstand längste Amtszeit als Cheftrainer der SV Ried seit 14 Jahren und dem legendären Paul Gludovatz (11.07.2008 – 19.03.2012) auf. In seinen 116 Spielen verzeichnet Senft einen Punkteschnitt von 1,72.
Nach dem vorzeitigen Klassenerhalt und dem Sieg in der Qualigruppe wäre ein Erfolg über den SK Rapid und der Einstieg der Rieder in die 2. Qualirunde der UEFA-Conference League die Krönung einer ohnehin bereits erfolgreichen Saison für Maximilian Senft und sein Team. Die Vorfreude auf das mögliche Europacup-Comeback nach 14 Jahren ist groß.

„Es war eine wunderbare Zeit und jetzt wollen wir die Saison krönen und nach Europa fahren“
Maximilian Senft weiter über…
…sein 117. und letztes Spiel als SVR-Cheftrainer:
„Es war sicherlich eine Zeit, die nicht nur von Erfolg geprägt war. Wir sind gemeinsam durch schwierige Zeiten gegangen und der Support war immer für die Mannschaft da. Es war eine wunderbare Zeit und jetzt wollen wir die Saison krönen und nach Europa fahren.“
…den Sieg im Final-Hinspiel in Ried:
„Die Mannschaft hat ganz klar gezeigt, dass wir auch Fußball spielen können und das freut mich für die Jungs, dass sie es zeigen konnten. Die Art und Weise der Mannschaft hat mich beeindruckt und wir haben unsere Grundtugenden auf den Platz bekommen. Wir haben Rapid die Beine genommen und waren sehr dominant mit dem Ball. Auch die Resilienz nach dem Ausgleich war beeindruckend.“
„Auf Unentschieden spielen, kennt die Mannschaft nicht“
…das Final-Rückspiel am Pfingstmontag in Hütteldorf:
„Der Kopf und der Körper spielen immer zusammen. Die Mannschaft hat eine extreme mentale Stärke und jetzt müssen wir die Zitrone komplett auspressen. Es wird sicherlich sehr schwer, aber wenn es eine Mannschaft schafft, dann wir.“
…die Tatsache, das Ried ein Remis reicht:
„Auf Unentschieden spielen, kennt die Mannschaft nicht.“
Während bei Rapid dem Vernehmen nach die Leistungsträger Bolla und Abwehrchef Cvetkovic vor einem möglichen Comeback stehen, haben die Gäste wohl personelle Rückschläge zu verkraften.
Abwehrstütze Michael Sollbauer verließ im ersten Finalduell am Freitag verletzt vorzeitig das Feld, dürfte Montag aber zumindest Teil des Kaders sein. Definitiv nicht zur Verfügung steht hingegen weiterhin Offensivspieler Antonio Van Wyk, der bereits zuletzt verletztungsbedingt fehlte.
Siehe auch:
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Statement-Quelle: AdmiralRadioservice
Fotocredit: Lukas Biereder