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Extrem-Abenteurer Jonas Deichmann hat bereits mehr als 100 Länder mit dem Fahrrad bereist und auf mehreren Kontinenten Weltrekorde aufgestellt. Jetzt ist er gemeinsam mit seiner Partnerin Josefine Rutkowski für sein Projekt „Around Europe“ einmal mit dem Gravelbike rund um Europa unterwegs.
Doch statt Fernweh nach Asien oder Südamerika schwärmt Deichmann gerade von Europa. Im Interview mit TRAVELBOOK erklärt er, warum der Kontinent für ihn unterschätzt wird – und weshalb man Länder mit dem Fahrrad ganz anders erlebt.
Abseits der Touristenrouten
„Mit dem Fahrrad erlebt man die Länder viel intensiver. Man ist langsam genug unterwegs, um durch kleine Dörfer und Gegenden zu kommen, die man sonst nicht sehen würde.“ Besonders überrascht habe ihn Süditalien. Während Regionen wie die Toskana stark vom Tourismus geprägt seien, habe er das authentischere Italien eher abseits der bekannten Hotspots erlebt – in kleinen Bergdörfern und auf Nebenstraßen.
„Man sitzt in Restaurants, in die vor allem Einheimische gehen. Ich bin fest davon überzeugt, dass man ein Land mit dem Fahrrad viel besser und echter kennenlernt als auf normalen Reisen“. Nicht immer lief dabei alles nach Plan. Vor allem in Süditalien musste Deichmann seine Route mehrfach spontan ändern. Wege seien zugewachsen oder plötzlich gesperrt gewesen. „Gerade in Süditalien hat uns der Algorithmus immer wieder in Sackgassen geführt.“
Trotzdem glaubt der Extremsportler, dass grundsätzlich jeder so eine Reise machen kann – auch ohne Profi-Erfahrung. Sein Rat: kleiner anfangen und einfach losfahren. „Wer den Traum hat, mal nach Lissabon oder Sizilien zu radeln, sollte einfach losfahren.“
Dieses Land ist Deichmanns Geheimtipp
Einen besonderen Geheimtipp hat Deichmann ebenfalls: Montenegro. Das kleine Balkanland habe „kaum jemand auf dem Radar“, sagt er. Dabei biete es „eine der schönsten Küsten Europas und beeindruckende Berge im Hinterland“.