
Abstiegskandidat Dresden bezwingt Darmstadt 98 und profitiert von einem Platzverweis, den es so auch auf der anderen Seite hätte geben können.
In einem von zwei Platzverweisen geprägten Spiel hat Abstiegskandidat Dynamo Dresden überraschend den Tabellenzweiten Darmstadt 98 bezwungen. Beim 3:1 (2:0)-Sieg am 24. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga sorgten Vincent Vermeij mit einem Doppelpack (45., 45.+2) und Christoph Daferner (81.) für den Dresdner Sieg. Yosuke Furukawa (90.) erzielte den Treffer für Darmstadt.
Pfeil rechts
Pfeil rechts
Vermeijs Toren war eine Rote Karte für Darmstadts Patric Pfeiffer (42.) vorangegangen. Auch wenn die Partie nach Gelb-Rot für Dresdens Jakob Lemmer (53.) im Zehn-gegen-Zehn zu Ende ging, war der Platzverweis gegen Pfeiffer der Knackpunkt und der große Aufreger der Partie.
Pfeiffer sieht Rot, Keller sieht Gelb
Pfeiffer war ausgerutscht und hatte dann Ben Bobzien am eigenen 16er gefoult. Der Ball rollte Richtung Torauslinie, aber nicht direkt aufs Tor zu, sondern leicht nach außen. Trotzdem entschied Schiedsrichter Lars Erbst auf Notbremse.
Die Entscheidung war hart und mit Blick auf eine ähnliche Szene in der Anfangsphase auch kritikwürdig. In der 7. Minute hatte Dresdens Thomas Keller Isac Lidberg als letzter Mann umgerissen. Schiedsrichter Lars Erbst beließ es bei Gelb und berücksichtigte dabei wohl, dass Dresdens Torwart Tim Schreiber die Situation vermutlich noch hätte bereinigen können.
Darmstadts Trainer Florian Kohfeldt (r.) hat Redebedarf mit dem Linienrichter
Kohfeldt: „Umstände waren fremdbestimmt“
„Die Umstände heute sind sehr ärgerlich, weil sie fremdbestimmt waren gegen eine gute Dynamo-Mannschaft. Aber das wird uns nicht umwerfen“, sagte Darmstadts Trainer Florian Kohfeldt nach dem Spiel der Sportschau.
Dynamo-Coach Thomas Stamm sagte zu den beiden Szenen: „Ich bin immer für eine klare Linie und dann ist die erste Gelb und die zweite Gelb oder die erste ist Rot und die zweite ist Rot.“
Lemmer mit unnötiger Gelb-Roter Karte
Pfeiffers Platzverweis hatte einen immensen Einfluss auf das Spiel. Dresden, zuvor ohne echte Torchance, schoss innerhalb von zwei Minuten zwei Tore. Vermeij verwandelte erst eine Flanke von Bobzien per Kopf und dann eine kluge Vorarbeit von Niklas Hauptmann per Direktabnahme.
Die Partie war auf den Kopf gestellt. Darmstadt war bis dahin das gefährlichere Team mit zwei guten Chancen durch Niklas Schmidt (20.) und Hiroki Akiyama (39.), ging aber mit einem Zwei-Tore-Rückstand in die Kabinen.
Trotz der unnötigen Gelb-Roten Karte für Lemmer – er leistete sich innerhalb einer Minute zwei gelbwürdige Fouls – schaffte es Darmstadt in der zweiten Hälfte aber auch nicht, sich gute Chancen auf einen Anschlusstreffer zu erarbeiten. Stattdessen verwertete Daferner einen Abpraller zur Entscheidung. Furukawas schönes Tor und die anschließende Schlussoffensive Darmstadts kamen zu spät.
Darmstadts Serie reißt
Dresden verließ zumindest vorerst die Abstiegsränge und hat im Kalenderjahr 2026 von sieben Spielen nur eins verloren. Die Bilanz ist umso bemerkenswerter, weil darunter vier Spiele gegen Teams aus den Top 5 der Liga waren.
Der Tabellenzweite Darmstadt hatte zuvor 13 Ligaspiele in Folge nicht verloren und verpasste den vorübergehenden Sprung an die Spitze, schon ein Remis hätte dafür gereicht.
Dresden in Karlsruhe, Darmstadt gegen Kiel
Dresden ist am Sonntagmittag beim Karlsruher SC zu Gast (13.30 Uhr). Darmstadt empfängt am Samstagmittag Holstein Kiel (13.00 Uhr).
Dynamo Dresden für Ihren Kalender
Pfeil rechts
SV Darmstadt 98 für Ihren Kalender
Pfeil rechts
