Milan & Juve patzen 

Fàbregas führt Como mit 174-Millionen-Kader in die Champions League

©IMAGO

2024 führte Trainer Cesc Fàbregas Como 1907 in die Serie A – zwei Jahre später feiert der Verein, an dem der Ex-Barça-Star Anteile besitzt, erstmals die Qualifikation für die Champions League. „Das ist ein riesiger Meilenstein, erreicht mit einer jungen Mannschaft“, wird der Spanier von „Sky“ zitiert. Sein Team holte an den letzten fünf Spieltagen 13 Punkte und kassierte nur ein Gegentor beim 4:1 gegen Absteiger Cremonese, mit dem das Ticket zur Königsklasse gelöst wurde.

In diesem Zeitraum schwächelten die Favoriten AC Milan und Juventus gehörig und holten zwischen dem 34. und 38. Spieltag nur vier und sechs Zähler. Die Rossoneri blamierten sich im heimischen Giuseppe-Meazza-Stadion mit 1:2 gegen Cagliari, während die Alte Dame im Stadtderby gegen den FC Turin 2:2 spielte. „Das ist ein Meisterwerk des gesamten Teams … fünfzehn Spieler sind fast alle unter 23“, so Fàbregas bei „DAZN“.

Damit liegt er nicht ganz richtig, allerdings ist es korrekt, dass viele seiner Leistungsträger sehr junge Spieler sind, die ihren Wert unter ihm gesteigert haben. Neun der 13 wertvollsten Como-Profis sind 23 oder jünger – das Team steigerte seinen Kaderwert im Laufe der Saison von 249 Millionen auf 352 Millionen Euro. Ein solch großer Wertzuwachs ist einzigartig in der Serie A. Zum Vergleich: Milan (+12 auf 484 Mio.) und Juve (-38 auf 544 Mio.), die Como sportlich hinter sich gelassen hat, stagnierten oder wurden abgewertet.

Fàbregas: „Zu Beginn der Saison hätte daran niemand denken können“

„Das war eine historische Leistung und ein magischer Moment. Zu Beginn der Saison hätte daran niemand denken können“, betonte der Erfolgstrainer. Damit hat Como, das indonesischen Tabakmagnaten gehört und dadurch große finanzielle Mittel besitzt, den italienischen Fußball noch mehr aufgemischt. 2021 noch in der 3. Liga spielend, wurden seitdem rund 245 Mio. Euro auf dem Transfermarkt investiert – dem stehen nur rund 20 Mio. Euro an Transfereinnahmen gegenüber. Für 2,5 Mio. Euro kam Marc Oliver Kempf im Sommer 2024 von Hertha BSC und ist heute mit 31 Jahren der älteste Stammspieler im Team.

Man sollte nicht davon sprechen, dass sich Como seinen Erfolg ausschließlich erkauft habe. Ein Blick auf die Transfermarkt-Statistik „Einkaufswert“ in der Serie A zeigt, dass der aktuelle Kader des Tabellen-Vierten lediglich 174 Mio. Euro an Ablösen gekostet hat. Juve etwa zahlte für sein Team 523 Mio., Vizemeister Napoli 405 Mio. und Meister Inter 308 Mio. Euro.

„Als ich vor vier Jahren gekommen bin, haben wir ohne Trainingszentrum trainiert … und heute sind wir in der Champions League“, verdeutlichte Fàbregas den schnellen Aufstieg seines Klubs in einem Satz. Trainer und Verein setzen dabei auf viele junge Spieler:

Top-Talent Nico Paz (21), Linksverteidiger Álex Valle (22), Sechser Máximo Perrone (23), Kapitän Lucas Da Cunha (24), Offensivspieler Martin Baturina (23), die Außenstürmer Assane Diao (20), Jesús Rodríguez (20) und Jayden Addai (20) oder Verteidiger Jacobo Ramón (21) haben ihre Marktwerte in den vergangenen anderthalb Jahren deutlich gesteigert.

Fàbregas stellt, gemeinsam mit Parma und Cagliari, im Schnitt die jüngsten Spieler in der Startelf auf. Sie unterstreichen das gute Scouting des Teams, für das Experten wie der frühere Alkmaar-Scoutingchef Barend Verkerk eingestellt wurden. Dass sich unter den Youngsters in Como quasi keine Italiener befinden, ist noch einmal eine Diskussion für sich. Dessen ungeachtet kann am Comer See gefeiert werden, während man bei Milan und Juventus vorerst Trübsal bläst.

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