Letzter Akt in der Bundesliga-Saison 2025/26 heute mit dem BL-Europacup-Playoff-Final-Rückspiel zwischen dem SK Rapid und der SV Oberbank Ried, die das Hinspiel mit 2:1 gewonnen hatte. Für Rapid, im Herbst 2025 in der Conference League-Gruppenphase, war es heute das wettbewerbsübergreifend 50. Pflichtspiel der Saison, für die Innviertler das 40., darunter das dritte binnen sieben Tagen. Es ging um das letzte EC-Ticket für 2026/27. Und das ging am Pfingstmontag dank eines Doppelpacks von Jakob Schöller und dem späten Tor von Joker Louis Schaub an Rapid mit einem 3:0-Sieg und damit Gesamtscore von 4:2.

SK Rapid mit Vierer-Abwehrkette: Comeback für Bolla & Cvetković

Der SK Rapid mal wieder unter Coach Hoff Thorup mit einer veränderten Grundausrichtung. Rechtsverteidiger Bolla und Abwehrchef Cvetković mit dem Comeback und in der Vierer-Abwehrkette. Außerdem Marco Tilio erstmals im Kalenderjahr in der Startelf. Bei den Riedern rückte Rossdorfer anstelle des angeschlagenen Routiniers Sollbauer in die Abwehr. 

117. und letztes Spiel für Maximilian Senft als SVR-Cheftrainer, für den bei hochsommerlichen Temperaturen im Westen Wiens ein Remis reichte, damit die Rieder nach 15 Jahren wieder im Europacup mitwirken. Doch der 36-jährige Wiener wollte in seiner Geburtsstadt nichts von Abwarten wissen und meinte im Vorfeld der Partie: „Auf Unentschieden spielen, kennt die Mannschaft nicht.“

Für SV Ried-Toptorjäger Kingstone Mutandwa war zweimal in der ersten Halbzeit Keeper Niklas Hedl Endstation. Der Stürmer aus Sambia hatte heute sein Visier eher suboptimal eingestellt und konnte auch das Kopfball-Führungstor von Jakob Schöller als letzter Mann auf der Torlinie im eigenen 16-er nicht mehr verhindern.

Erste Schusschance durch wirkungsvollen Wurmbrand

Gesagt, getan. Im Anschluss an einen der gefürchteten weiten Einwürfe der Innviertler kam der Ball auf Umwegen zu Toptorjäger Kingstone Mutandwa, doch SK Rapid-Keeper Hedl packte in höchster Not vor dem Stürmer aus Sambia zu (8.). Im Gegenzug verfehlte aus aussichtsreicher Position ein abgefälschter Freistoßball des Ungarn Bolla das Gäste-Gehäuse (9.). Schrecksekunde dann bei den Gastgebern um Sturmtank Ercan Kara, der nach einer Strafraumkollision gegen Nikki Havenaar kurz behandelt wurde (16.). Wenig später ambitionierter Drehschuss mit links vom 16-er durch Nikolaus Wurmbrand – knapp drüber (18.).

Das Hoff-Thorup-Team tonangebend und mit der Ballbesitz-Majorität, doch bis auf die Wurmbrand-Aktion bis dato ohne Durchschlagskraft gegen den „Rieder Riegel“. Es fehlte die Präzision, auch wenn Wurmbrand und Dahl über die Seiten Akzente setzten.

Schöller schraubte seine 1,90 Meter in die Höhe zum 1:0-Führungstor / Dahls „Sitzer“

Es brauchte eine Standardsituation, die den Grün-Weißen die fällige Führung bescherte. Nach einem Cornerball von rechts durch Bolla reckte sich der 20-jährige Abwehrspieler Jakob Schöller an der zweiten Stange am höchsten, setzte sich gegen Yusuf Maart durch und vollendete per Kopfball zum 1:0 (26.). Für den 1,90 Meter-Mann aus Mödling das zweite BL-Tor, beide im Frühjahr, beide im Allianz Stadion, beide vor „der West“ und beide gegen OÖ-Klubs (das erste am 24. März zum 1:1 beim 4:2 über den LASK). Damit Gesamtscore Finale: 2:2. Kuriosum am Rande: Auf ähnliche Art erzielten die Rieder am Freitag durch Havenaar das 1:0.

Tilio probierte es bei seinem Startelf-Debüt unter Trainer Hoff-Thorup mit einem Seit-Volley mit links, drüber (39.). Dann Mega-Möglichkeit durch Nossa Dahl, der nach einem perfekten Flachpass von Nikolaus Wurmbrand im Fünfmeterraum mit seinem Abschluss das Tor verfehlte (40.). Was für ein „Sitzer“!

Kurz darauf erneut der Norweger, dessen Rechtsschuss vom 16-er knapp an der langen Stange vorbei ging (41.). Die Gastgeber dem 2:0 nahe, doch dann in der Druckphase des Tabellenfünften ein vielversprechender, sehenswerter Spielzug, bei dem Mutandwa Keeper Hedl zu einer Glanzparade zwang (44.). Der 25-jährige Schlussmann bei seiner ersten Abschlussprüfung bravourös, sicherte den verdienten 1:0-Pausenstand.

Mega-Möglichkeit Mutandwa zum Ausgleich kurz nach dem Seitenwechsel

Die Rieder kamen mutig aus der Kabine und durch Kingstone Mutandwa zur Top-Ausgleichschance. Doch der 23-jährige SVR-Toptorjäger, der im Halbfinale beide Treffer gegen den WAC (2:1) erzielte und bei 16 BL-Saisontoren steht, hatte sein Visier ausgerechnet in den Playoff-Final-Duellen gegen Rapid nicht gut genug eingestellt. Der Saison-Vize-Torschützenkönig verzog nach Hereingabe des Ex-Rapidlers Bajic aus wenigen Metern per Seitfallzieher (46.). 

Muntere zweite Halbzeit, in der Nossa Dahl mit seinem Distanzsschuss zu zentral auf Keeper Leitner abzog (51.). Dann Seidl und Tilio, abgeblockt (53.). Ansonsten wirkten die Oberösterreicher überraschend anfällig nach Cornern, rettete Pomer nach Hereingabe von Seidl und Kopfball Raux Yao gerade noch vor der Torlinie (60.). Der Qualigruppen-Beste aus Ried stets gefahrvoll bei Hereingaben von Bajic auf Mutandwa, der am Fünfmeterraum nur knapp das Spielgerät verfehlte (63.).

SK Rapid besiegte SV Ried dank Standardstärke

Auf der Gegenseite war wieder „Schöller-Showtime“. Nach Rechtsflanke des eingewechselten Dänen Gulliksen war der 19-jährige, heutige Linksverteidiger erneut zur Stelle, vollendete nach prächtigem Luftstand zum 2:0 (67.). Die Rieder, eigens bekannt durch Standardgefahr, im Anschluss an zwei ruhende Bälle geschlagen.

Erster Doppelpack für Jakob Schöller in seiner 27. Pflichtpartie für den Rekordmeister. Der damit wie im Vorjahr das Happyend hat und in die zweite Runde der UNIGA-Conference-League-Qualifikation im Juli einzieht. Louis Schaub stach noch als Joker und verwertete mit einem sehenswerten Volley in der Nachspielzeit eine erneute Gulliksen-Flanke zum 3:0-Endstand. Gleiches Resultat wie im Vorjahr im Finale gegen den LASK.

Die SV Ried verliert mit einem Gesamtscore von 2:4, doch darf erhobenen Hauptes vom Platz gehen und auf eine erfolgreiche Saison als Aufsteiger blicken. 

Bundesliga-Conference-League-Playoff-Rückspiel

SK Rapid vs. SV Oberbank Ried 3:0 (1:0)

Pfingstmontag, 25. Mai 2026, 17 Uhr, Allianz Stadion in Wien-Hütteldorf; Zuschauer: 14.600; SR: Christian-Petru Ciochirca/Steiermark

SK Rapid (4-2-3-1): Hedl; Bolla, Cvetković, Raux Yao, Schöller; M. Seidl (K), Amané (55. Gulliksen); Wurmbrand, Tilio (75. Weimann), Dahl (87. Schaub); Kara (87. Børkeeiet). Trainer: Johannes Hoff Thorup.

SV Ried (4-4-2): Leitner (K); Rossdorfer (58. Rasner), Havenaar, Steurer, Pomer; Bajic, Maart, Nasrawe, Bajlicz; Mutandwa, Boguo (71. Aisowieren). Trainer:  Maximilian Senft.

Torfolge: 1:0 Schöller (26., Kopfball nach Corner Bolla, 2:0 Schöller (67., Kopfball, Assist Gulliksen), 3:0 Schaub (90.+3, Gulliksen).

Gelbe Karten: SVR-Trainer Senft (64., SR-Kritik).

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Fotocredit: lb-photo.com/Lukas Biereder