
Die SpVgg Greuther Fürth bleibt in der 2. Bundesliga. Das „Kleeblatt“ gewann das Relegation-Rückspiel gegen den Drittligisten Rot-Weiss Essen mit 2:0 – auch weil RWE jede Menge Chancen ungenutzt ließ.
Vor 16.126 Zuschauern im Sportpark Ronhof trafen Noel Futkeu (29.) und Branimir Hrgota (47.) für die Fürther. Das Hinspiel hatten die Essener daheim mit 1:0 gewonnen. Doch das reichte dem Team von Trainer Uwe Koschinat im Rückspiel nicht.
Seit 1997 spielen die Fürther – abgesehen von zwei einjährigen Ausflügen in die Bundesliga – im Fußball-Unterhaus und führen sogar die „ewige Tabelle“ der 2. Bundesliga an. Die kann die Mannschaft von Coach Heiko Vogel im kommenden Jahr ausbauen. Die Essener müssen dagegen weiter auf die Rückkehr in Liga zwei warten. Dort hatten sie 2007 zum bisher letzten Mal gespielt.
Pfeil rechts
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„Ich bin überglücklich. Das ist genau die Art und Weise, mit der ich mich hier verabschieden wollte mit dem Klassenerhalt“, sagte Torschütze Futkeu am ARD-Mikrofon: „Das ist uns heute wirklich sehr gut gelungen. Und ich bin sehr, sehr glücklich darüber.“ Essens Trainer Uwe Koschinat war entsprechend enttäuscht: „Ich glaube, dass wir in zwei Spielen mehr als auf Augenhöhe waren“, sagte er und: „Insofern tut das natürlich sehr sehr weh.“
Chancen auf beiden Seiten
Von Beginn an suchten beide Teams ihre Chance. Die erste hatte Fürths Sayf Ltaief nach sechs Minuten, als er auf der linken Seite auf und davon ging, mit seinem Schuss aber das Tor nur knapp verfehlte.
Doch dann wäre Essen fast in Führung gegangen. Gianluca Swajkowski tauchte nach einem langen Einwurf plötzlich frei vor dem Fürther Tor auf, scheiterte aber an Torwart Silas Prüfrock. Der musste kurz danach auch einen Schuss von Torben Müsel entschärfen, den er so gerade noch über das Tor lenken konnte. Auf der Gegenseite klatschte der Ball bei einer abgerutschten Flanke von Fürths Jannik Dehm an die Latte.
Im Anschluss war es ein Spiel mit offenem Visier. Bei einem Essener Konter spielte Müsel Ramien Safi frei, dessen Abschluss im letzten Moment aber von Jan Elvedi geblockt wurde.
Futkeu bringt Fürth in Führung, Essener Abseitstor
Dann schlugen die Fürther zu. Über Branimir Hrgota und Felix Klaus kam der Ball im Strafraum zu Futkeu, der dann eiskalt mit einem trockenen Abschluss zuschlug – das 1:0.
Die SpVgg wollte nachlegen. Die Essener Abwehr und Torwart Jakob Golz hatten im Anschluss die ein oder andere prekäre Situation zu überstehen – erst gegen Klaus und dann gegen Sacha Bansé. Zweimal parierte der Schlussmann stark. RWE war dann wiederum im Pech, als ein Treffer von Kaito Mizuta wegen einer knappen Abseitsposition nicht zählte. Mit 1:0 ging es in die Pause, und Fürth hatte den Rückstand aus dem Hinspiel egalisiert.
Hrgota erhöht nach Wiederanpfiff für Fürth
Was immer sich Essen in der Pause vorgenommen hatte, es war kurz nach Wiederanpfiff dahin. Hrgota kam in seinem letzten Spiel für die Fürther am rechten Strafraumeck an den Ball und schlenzte das Leder dann mit dem linken Fuß ins lange Eck – ein sehr schönes Tor. Diese individuelle Klasse bewunderte auch Koschinat: „Sie hatten einfach die magischen Momente auf ihrer Seite“, sagte er.
Fürth drückte auf die Entscheidung, Essen konterte und hatte die Chance zum Ausgleich, doch Michael Kostka scheiterte frei vor dem Tor an Prüfrock und vergab damit die zweite Riesen-Möglichkeit für sein Team.
Viel Arbeit für Essens Torwart Golz
Es blieb wild, die Partie, sie wollte sich nicht beruhigen. Wieder zog Hrgota vom Strafraumeck ab, doch diesmal war Golz auf dem Posten und er parierte auch den Nachschuss von Futkeu und vereitelte damit die Doppelchance für Fürth.
Erneut Abseits: Auch Essens zweiter Treffer zählt nicht
Doch die Fürther Führung war fragil, ein Tor von Essen hätte die Verlängerung bedeutet. RWE ging in der Folge immer mehr ins Risiko und hätte sich in Minute 68 fast belohnt. Doch Jaka Cuber Potocnik stand bei seinem Treffer erneut knapp im Abseits. „Sie mussten sehr destruktiv die letzten Minuten herunterspielen“, befand Koschinat in Anbetracht der zahlreichen Möglichkeiten seiner Mannschaft.
Prüfrock wird zum Fürther Helden
Für die Essener war das zum Verzweifeln, und ihnen lief die Zeit davon. Doch sie gaben nicht auf. In der 81. Minute setzte Dickson Abiama den Ball per Kopf an den Pfosten, Müsel köpfte den Abpraller aufs leere Tor, doch dann kam Prüfrock herangeflogen und schnappte sich den Ball – eine Riesen-Tat des Torhüters. Die restlichen Minuten wurden für Fürth zur Abwehrschlacht, doch sie brachten in der hektischen Schlussphase den Vorsprung über die Zeit.
Fürths-Trainer Heiko Vogel gab sich bei aller Freude über den Sieg erleichtert und demütig. Die Relegation sei deshalb besonders speziell, weil in den Klubs viele Jobs auf dem Spiel stünden.
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