Hautausschlag am Hals, geschwollene Knöchel, ein großer blauer Fleck an der Hand: Spekulationen über den Gesundheitszustand von US-Präsident Donald Trump gibt es viele – und wesentlich mehr als noch in seiner ersten Amtszeit. Um die Debatten darüber zu beenden, hat er sich am Dienstag zum dritten Mal in nur 13 Monaten einem medizinischen Check unterzogen.
Alles sei perfekt verlaufen, schrieb Trump im Anschluss auf seiner Online-Plattform Truth Social. Details zu den Ergebnissen nannte der Republikaner, der im Juni 80 Jahre alt wird, nicht.
Das Weiße Haus hatte die gesundheitlichen Auffälligkeiten bereits in der Vergangenheit als harmlos eingestuft. Im Oktober hatte Trump außerdem eine Magnetresonanztomografie (MRT) vornehmen lassen – und behauptete danach, der Arzt habe das beste Ergebnis gesehen, das dieser je als Mediziner zu Gesicht bekommen habe.
Inwiefern das glaubwürdig ist, sei dahingestellt. Doch Trumps körperliche Verfassung ist nur ein Teil der Debatte. Deutlich mehr sorgen sich Experten um seinen geistigen Zustand. Eine Gruppe von 36 Experten aus dem Bereich der psychischen Gesundheit hat deshalb Ende April eine Stellungnahme veröffentlicht. Die Neurologen, Psychologen und Psychiater kommen darin zu dem Schluss, „dass Donald J. Trump geistig nicht in der Lage ist, das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten auszuüben“. Deshalb müssten Schritte eingeleitet werden, um ihn aus dem Amt zu entfernen.
Zu den Unterzeichnern gehören aktive und ehemalige Professoren von renommierten Universitäten. Einer von ihnen ist Stephen Soldz, der an der Boston Graduate School of Psychoanalysis als klinischer Psychologe und Psychoanalytiker lehrt. Mit ihm konnte der Tagesspiegel am Telefon ein Interview führen.