Bei der Kontrolle, die schließlich zu seiner Festnahme führen sollte, sei das Ganze dann anders abgelaufen. Dieser Polizist habe kein Geld von Samra haben wollen und ihn stattdessen „von oben bis unten gefilzt“. Bei der Durchsuchung habe der Gesetzeshüter in Samras Tasche Alprazolam gefunden. Das ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, das zur akuten Behandlung von Angststörungen und Panikattacken eingesetzt wird. Samra habe das Alprazolam in Deutschland von seinem Arzt verschrieben bekommen und die Tabletten dementsprechend auch in Thailand dabei gehabt.
In dem südostasiatischen Staat wird das Benzodiazepin jedoch als verbotene Droge der Kategorie 2 eingestuft. Dazu zählen Substanzen wie unter anderem Codein, Fentanyl, Morphin, Ritalin und eben auch Alprazolam – Stoffe, die einen generellen medizinischen Nutzen haben, aber eben auch ein hohes Suchtpotenzial aufweisen. Die Produktion, der Import oder Export solcher Substanzen kann nach thailändischem Recht zu einer Strafe von bis zu 15 Jahren Gefängnis und/oder einem Bußgeld von bis zu 1,5 Millionen Baht (circa 41.000 Euro) führen. Der Besitz für Eigennutzung kann hingegen bis zu fünf Jahre Haft und/oder eine Geldstrafe von bis zu 100.000 Baht (knapp 2700 Euro) bedeuten. Wie wir schon in unserem ursprünglichen Artikel zu Samras Festnahme berichtet haben, muss man für verschreibungspflichtige Medikamente, die unter diese Kategorie fallen, vor seiner Reise nach nach Thailand eine Genehmigung von der thailändischen Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde einholen.
Von dem Verbot seines Medikaments habe Samra nichts gewusst, geholfen habe seine Unwissenheit jedoch nicht. Selbst eine thailändische Übersetzung seines ärztlichen Attests hätte ihn nicht weitergebracht. Wenig später habe man den Berliner dann in die nächstgelegene Polizeizentrale gebracht. Laut Samra sei ihm dort sein Status als berühmter Rapstar zum Verhängnis geworden. Auf dem Revier seien neben ihm zwei weitere Deutsche anwesend gewesen, die ihn erkannt und nach einem Foto gefragt hätten. Die thailändische Polizei habe dann relativ schnell Samras Instagram- und YouTube-Account gefunden und bemerkt: „Das ist ein Rapper, der hat Geld.“ Sein Versuch, die Beamten mit Geldzahlungen zu beschwichtigen, sei jedoch gescheitert. Am Ende habe sich Samra für 10 Stunden in der Aufbewahrungszelle eines thailändischen Gefängnisses wiedergefunden. Den Unterschied zu deutschen Zellen habe er direkt gespürt: