Hunderte Bergsteiger, Alpinisten und Behördenvertreter haben bei einem Treffen der Everest-Besteiger in Nepal strengere Regelungen bei der Besteigung des Bergs gefordert. Die Regierung solle die
Zahl der Klettergenehmigungen für den Mount Everest begrenzen, sagte Everest-Rekordhalter Kami Rita Sherpa. »Nepal
sollte nicht mehr als 250 Bergsteigern eine
Zulassung erteilen, von der nepalesischen Seite zu klettern.« Eine Woche zuvor waren 274 Bergsteigerinnen und Bergsteiger von der nepalesischen Seite auf den Gipfel gestiegen. Das ist die höchste Zahl an einem einzigen Tag auf dieser Route.

Trotz strenger Auflagen bleibt viel Müll am Berg zurück

Nachdem China die Aufstiegsroute auf seiner Seite der Grenze in dieser Saison geschlossen hat, verzeichnet Nepal eine Rekordzahl von 494 Genehmigungen für ausländische Bergsteiger. Fotos im Internet zeigten Schlangen mit Hunderten sich stauenden Bergsteigern, die an Fixseilen befestigt waren und darauf warteten, den Gipfel zu erreichen. Zu den Problemen infolge des frequentierten Bergaufstiegs gehört auch die Abfallräumung. »Wir sollten den Müll vom Berg entfernen und unseren Himalaya schützen«, forderte der chinesische Bergsteiger He Jing. Strenge Regelungen der Regierung verpflichten die Bergsteiger zwar, ihren Müll zu beseitigen, dennoch bleibt vieles zurück.

Aus der Konferenz gab es zudem Kritik an unerfahrenen Bergsteigern. Nach
den aktuellen Regelungen kann jeder eine Genehmigung beantragen, sofern
er etwa 12.900 Euro Gebühren an die Regierung zahlt. Inzwischen
arbeitet die nepalesische Regierung an neuen Vorschriften, die eine
gewisse Erfahrung voraussetzen.

Steigende Temperaturen erhöhen Risiken durch Eisblöcke

Die britische Bergsteigerin Adriana Brownlee, die als jüngste Frau die 14 höchsten Gipfel der Welt bestiegen hat, warnte vor zunehmenden Risiken für Bergsteiger angesichts steigender Temperaturen. »Jedes Jahr scheint der Khumbu-Eisfall wegen der globalen Erwärmung instabiler zu werden«, sagte sie. Das Wasser unter dem Eisfall schmelze schneller, wodurch sich schneller Eisblöcke bildeten. Im April mussten Bergsteigende ihren Aufstieg verschieben, weil ein riesiger sogenannter Sérac gefährlich über der Route direkt über dem Basislager hing.

Vor zwölf Jahren war bei einem der schlimmsten Bergsteigerunglücken am Mount Everest ein Stück des Khumbu-Gletschers vom Berg abgebrochen und hatte eine Eislawine ausgelöst. 16 Bergführer wurden getötet.

Der Mount Everest ist mit 8.849 Metern der höchste Berg der Welt. In der Klettersaison leben etwa 1.000 Menschen, darunter Bergsteiger, Sherpas und Arbeiter, im Basislager. 

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