Im Samstag-Solospiel der 19. Runde der 2. Liga-Saison 2025/26 empfing der Tabellenneunte SV Austria Salzburg im Max Aicher Stadion den Fünftplatzierten  Floridsdorfer Athletiksport-Club. Sowohl für die Violetten als auch die Gäste war es die erste Pflichtpartie in der Frühjahrssaison, nachdem der offizielle Auftakt vor einer Woche für beide witterungsbedingt ausfiel. Der FAC kam mit der Empfehlung als beste Auswärtsmannschaft der Liga (4S, 4U) und generell seit acht Spielen unbesiegt zu sein (5S, 3U), hatte allerdings das Hinspiel am 23. August mit 1:2 an der Hopfengasse verloren. Heute gelang die Revanche: 1:0 (1:0)-Sieg in Salzburg!

Lukas Gabbichler ist in dieser Saison ein Schlüsselspieler der Floridsdorfer. Mit seinem frühen Führungstor bescherte der 27-jährige Stürmer dem FAC nicht nur den 1:0-Sieg, sondern auch die Prolongation der Unbesiegt-Auswärtsbilanz (5S, 4U). In den jahresübergreifend jüngsgten acht Partien verzeichnete der ehemalige Nachwuchsspieler des GAK 1902 und SK Sturm Graz sieben Torbeteiligungen (zwei Treffer, fünf Assists). Während die Gäste aus der Hopfengasse nunmehr seit 3. Oktober ohne Niederlage sind und seither stolze 21 Punkte (6S, 3U) verbuchten. Im Meistertitel-Rennen bleiben die Bytyqi-Burschen als neuer Tabellenvierter am Führungstrio dran, haben wie der Dritte Austria Lustenau dabei ein Spiel weniger.

Frühe Führung für die Floridsdorfer

Bereits in der sechsten Minute gelang dem FAC die frühe Führung. Ein missglückter Rückpass vom 22-jährige, kroatischen Innenverteidiger Gabriel Marusic landete bei Lan Piskule, der das Leder flach in die Mitte spielte, wo Lukas Gabbichler goldrichtig stand und den Ball mühelos zum 1:0 ins Netz beförderte. Nach vor der Winterpause drei Partien zu Null, hatte Salzburgs Schlussmann Simon Nesler-Täubl erstmals wieder ein Gegentor kassiert.

Die frühe Führung gab den Gästen die nötige Sicherheit, während die Mozartstädter noch nicht so recht ins Spiel kamen. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit zeigten die Floridsdorfer immer wieder gefährliche Aktionen, insbesondere durch Alex Sobczyk, dessen Schüsse jedoch das Ziel verfehlten oder von der Salzburger Abwehr entschärft wurden.

Die Hausherren fanden nur sporadisch vor das Gäste-Gehäuse, konnten jedoch keine nennenswerten Chancen kreieren. Die Defensivarbeit der Floridsdorfer, mit zehn Gegentoren die wenigsten aller 2. Liga-Klubs, machte es den Salzburgern schwer, wirkliche Torgefahr auszustrahlen.

Für Salzburgs 1,96 Meter-Schlussmann Simon Nesler-Täubl schlug es nach 282 Minuten ohne Gegentor (drei Mal zu Null vor der Winterpause) heute nach bereits sechs Minuten wieder mal im Netz ein.

Austria drängt auf Ausgleich / Kuriose Szene im Finish

In der zweiten Halbzeit steigerte sich die Austria merklich. Die Mannschaft von Trainer Christian Schaider begann, mehr Druck aufzubauen und fand immer wieder den Weg in die Nähe des Strafraums der Gäste. Besonders Nico Lukasser-Weitlaner hatte einige Chancen, doch der Ausgleich wollte einfach nicht fallen. Der FAC verteidigte mit allen Mitteln und Tormann Juri Kirchmayr zeigte eine starke Leistung, indem der 20-Jährige mehrere Schüsse der Violetten parierte.

In der Schlussphase des Spiels warfen die Gastgeber noch einmal alles nach vorne, um den Ausgleich zu erzwingen. In der 90. Minute war es ein langer Abschlag von Tormann Simon Nesler-Täubl, der beinahe zum Ausgleich geführt hätte, doch der Ball segelte knapp über die Querlatte. Auch ein letzter Versuch von Moritz Eder, der eine weite Flanke in den Strafraum schlug, blieb erfolglos, da Keeper Kirchmayr den Ball sicher abfing.

Die vierminütige Nachspielzeit reichte dem Aufsteiger nicht, um die Niederlage abzuwenden. Der FAC um den 31-jährigen Cheftrainer Sinan Bytyqi verteidigte den knappen Vorsprung geschickt und sicherte sich damit den wichtigen fünften Auswärtssieg. Die beste Defensive der 2. Liga (erst zehn Gegentore) spielte damit zum neunten Mal in dieser Saison zu Null.

Für Austria Salzburg bleibt die Erkenntnis, dass sie trotz einer engagierten Leistung ohne Punkte aus der Partie gehen.

„Das Gegentor war von der Entstehung her sehr unglücklich“

SV Austria Salzburg-Cheftrainer Christian Schaider: 

„Das Gegentor zum 0:1 war von der Entstehung her sehr unglücklich (Anm.: Platzfehler). Nichtsdestotrotz müssen wir vom Rückraum her da sein. Die erste Halbzeit hat dem FAC gehört mit der ein und anderen Möglichkeit.

Aber in der zweiten Halbzeit waren wir dann richtig präsent und haben den Gegner beschäftigt. Zwei, drei brenzlige Situationen, wo der Ausgleich hätte fallen können. Summasumarum steht am Ende ein 1:0 für den Gegner, was nach dem Spiel betrachtet bitter ist.“

Marinko Sorda (bosnischer Mittelfeldspieler SV Austria Salzburg):

„In der ersten Halbzeit sind wir bis auf ein mal nicht in den gegnerischen Sechzehner gekommen. In der zweiten Halbzeit dann öfter, leider nur durch hohe Bälle. Es war oft so ein Gestochere mal im Sechzehner. Der Ball ist einfach nicht dahingekommen, wo er hinkommen sollte, damit wir ein Tor schießen. 

„Der Platz war leider nicht zum Fußball spielen“

SV Austria Salzburg-Sportdirektor Roland Kirchler:

„Nach einer so langen Vorbereitung die ersten Meisterschaftspartien zu spielen sind immer schwer. Das hat man auch bei beiden Mannschaften gesehen. Wobei wir in der ersten Halbzeit noch etwas im Winterschlaf waren und noch nicht den Meisterschaftsrhytmus gehabt haben.

Wir haben dann in der zweiten Halbzeit umgestellt. Da war es dann auch das Spiel, was man von unserer Mannschaft zuhause kennt. Mit den Fans im Rücken. Natürlich haben wir auch mit vielen langen Bällen agiert, weil es vom Platz her nicht anders gegangen ist. Wir haben in der ersten Halbzeit oft mal versucht Fußball zu spielen.

Leider ist auch dadurch das Gegentor entstanden, wo der Ball leider dem Marusic auf den Fuß fliegt und dann in die falsche Richtung geht. Trotzdem hätten wir es vielleicht noch verteidigen können, aber der Platz war leider nicht zum Fußball spielen. In der zweiten Halbzeit haben wir es dann angenommen, mit den Zweikämpfen. Haben oft auch lange Bällte gespielt und den FAC unter Druck gesetzt, aber leider ist uns der Ausgleich nicht mehr geglückt.“

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Fotocredit: Gepa-Admiral und Josef Parak