Im Garten der Villa lösen sich die Vorstellungen dann in Zustände auf. Wie Eindringlinge stehen drei Mittelklassewagen mit riesigen, pillenartigen Siberobjekten auf den Dächern verteilt unter den Bäumen. Als hätte sie jemand dort geparkt und vergessen, ihnen ihre Fracht abzunehmen. Diese „Future healing Pills“ (2019/26) von Lisa Seebach versprechen in Zeiten von Selbstoptimierung, das Paradies in sich zu finden. An einem Nachbarhaus sind neun verschiedene Fließtexte aus rotleuchtenden LED-Punkten übereinander montiert. Der Titel „Tired Eyes“ (2020) von Martin Groß ist selbsterklärend, die überreizte Stimulierung hinterlässt das Gefühl von medialer Überforderung, viele unterschiedliche Inhalte auf einmal wahrnehmen zu können.
Gedanklich ist das Paradies dann am Ende doch näher an einer krisenhaften Realität, als es einem vielleicht lieb ist. Die absurde Idylle des Ausstellungsorts erzeugt zudem ein fast halluzinatives Gefühl eines Fiebertraums, in dem sich die kritischen Überlegungen wie ein unfassbares Privileg anfühlen.