Madame sucht neue Liebhaber „Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben?“ Frauenemanzipation – im Europa der 1930er bereits ein Hotspot! Oscar Straus und Alfred Grünwald lassen die Diva Manon im Operetten-Paris den Hit singen. Und Bohuslav Martinů schreibt in Paris seine surreale Komödie „Zweimal Alexander“, ein erotisches Verwirrspiel. In der Kammeroper koppeln – anlässlich der Abschiedsproduktion – nun Regisseurin Anna Bernreiter und die Dirigentin Irene Delgado-Jiménez am Pult des Wiener Kammerorchesters „Zweimal Alexander“ mit Mieczyslaw Weinbergs „Lady Magnesia“ (1975).
Geschichten zweier starker Frauen, die von ihren Gatten der Untreue bezichtigt und sogar mit Mord bedroht werden. Turbulente Verkleidungs- und Verwechslungskomödien in bizarr extravaganter Ausstattung (Manfred Reiner, Hannah Öllinger). In „Zweimal Alexander“ sucht Mme Armande zuletzt einen neuen Liebhaber, in „Lady Magnesia“ wird der Liebhaber zu Stein, sie kehrt zurück ins Ehebett. Das junge Sängerteam hat an der Gag-Parade mit (Sex-)Spielen Spaß: überzeugend Josefine Göhmann, Jacob Phillips, Peter Kirk.
Dr. Karlheinz Roschitz