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Anholt (Dänemark) – Ihr Job war kein schöner. Im Schutzanzug, mit Notizbrett vor der Brust, begutachteten die Experten Timmys verwesenden Kadaver. Auch viele Schaulustige waren zum Strand von Anholt gekommen, um die schaurigen Ereignisse zu verfolgen. Der Anblick der Eingeweide um den mittlerweile gelblich-braun verfärbten Körper ist schwer zu ertragen, der Gestank steigt in die Nase. Und dann wird ein noch unbekannter Parasit in Timmys Niere entdeckt.

Die mit Spannung erwartete Obduktion des toten, aufgeblähten Buckelwals hat am Donnerstag begonnen. Tierärzte und Wal-Experten vermaßen Timmy zunächst akribisch, schnitten ihn auf, um die Faulgase abzulassen. Dann wurde der Kadaver geöffnet und zerteilt. Auch Hautproben und DNA-Tests sollen gemacht werden. Zuschauer müssen aus Sicherheitsgründen Abstand halten.

Ein Foto des echten toten Wals Timmy. Er wurde bei Anholt mit technischem Gerät aus dem Wasser gezogen

Einige Tage vor der Obduktion wurde Timmy mit technischem Gerät aus dem Wasser gezogen

Foto: Marcus Golejewski/dpa

„Wir haben in Dänemark schon bei vielen gestrandeten Walen zusammengearbeitet, daher sind wir eigentlich alle an den Geruch gewöhnt“, sagte die dänische Biologin Charlotte Bie Thøstesen. Sie und die anderen Experten arbeiten ohne Masken. Es soll herausgefunden werden, woran Timmy gestorben ist. Das wird wegen der weit fortgeschrittenen Verwesung allerdings schwierig. Auch, ob ein Netz im Körper zu seinem Tod beigetragen hat, wird geprüft.

Um Timmys Kadaver herum sind die Eingeweide und Organe verstreut

Um Timmys Kadaver herum sind die Eingeweide und Organe verstreut

Foto: emha

Parasit in Niere muss noch bestimmt werden

Dann hielt Tierarzt Tim Jensen die Niere hoch und zeigte auf Würmer. Dabei handelt es sich offenbar um Parasiten, die noch genau bestimmt werden müssen. Nach erster Inaugenscheinnahme lösten sie aber keine Krankheit am Organ aus. Unklar ist, ob sich die Würmer vor oder nach Timmys Tod eingenistet hatten.

Hier zeigt der Tierarzt die befallene Niere

Hier zeigt der Tierarzt die befallene Niere

Foto: BILD

Gebärmutterhals entdeckt

Es wurden Gewebeproben von Herz und Gehirn entnommen. Mithilfe eines Baggers wurde die Schwanzflosse vom Kadaver abgetrennt. Auch das Zungenbein und der Halswirbel sind für Untersuchungen entnommen worden. Zudem sollte geklärt werden, ob Timmy wirklich ein Weibchen war. Das gelang am Donnerstag: Der Gebärmutterhals wurde entdeckt, die Walkuh war etwa 4 bis 5 Jahre alt.

Die Reste des Kadavers werden voraussichtlich Anfang der kommenden Woche von der dänischen Insel Anholt abtransportiert, sagte Morten Abildstrøm vom dänischen Amt für Naturverwaltung. Ein Abtransport der Container am Wochenende mache aufgrund eingeschränkter Öffnungszeiten der zuständigen Unternehmen wenig Sinn, hieß es. Erste Obduktionsergebnisse soll es frühestens in 6 Monaten geben.

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Quelle: BILD, News504.06.2026