Qualifikation

Stand: 05.06.2026 22:53 Uhr

Die deutschen Fußballerinnen haben vorzeitig die Qualifikation für die WM 2027 in Brasilien klargemacht. Das Team von Bundestrainer Christian Wück sicherte einen Spieltag vor dem Ende durch ein 2:0 (2:0) gegen Norwegen Platz eins der Gruppe.

Dabei glänzte das Team, das erstmals von Aushilfs-Kapitänin Sjoeke Nüsken aufs Feld geführt wurde, am Freitagabend zunächst durch Effektivität. Debütantin Marie Müller (18.) und Carlotta Wamser (27.) verwerteten die ersten beiden Chancen und sorgten damit bei den 33.425 Fans beim ersten Länderspiel im Stadion des 1. FC Köln für sehr gute Stimmung.

„Ich freue mich riesig. Wir sind einfach glücklich und haben ein gutes Spiel gemacht.“

DFB-Nationalspielerin Lea Schüller

In Abwesenheit der verletzten Giulia Gwinn und der gesperrten Janina Minge hätte das Spiel aber noch anders ausgehen können. Dass es beim 2:0 blieb, hatten die DFB-Frauen auch Torhüterin Ann-Katrin Berger, die nach ihrer Bauchverletzung gerade noch rechtzeitig fit geworden war, zu verdanken.

Video:
Lea Schüller – „Wir sind einfach glücklich“ (1 Min)

Bundestrainer Wück sprach von ein bisschen Glück, wollte aber das Positive in den Vordergrund stellen und bejubelte das WM-Ticket. Nachdem seine Mannschaft durch das 0:0 in Österreich die Quali zuvor noch mal spannend gemacht hatte, kann sie jetzt ganz entspannt in das letzte Länderspiel vor der Sommerpause am Dienstag (18 Uhr) im slowenischen Ljubljana gehen. Der DFB kann bereits für die WM-Reise nach Brasilien planen.

Die deutsche Nationalspielerin Jule Brand (r.) im WM-Qualifikationsspiel gegen Österreich am Ball

WM-Qualifikation

Beim bis dahin punktlosen Gruppenschlusslicht zeigen Deutschlands Fußballerinnen eine ganz schwache Leistung und lassen in der WM-Qualifikation erstmals Federn.

Deutschland nutzt gleich die erste Chance…

Deutschland hatte das Spiel gegen Norwegen dominant begonnen. Besonders machte Müller auf der rechten Außenbahn in ihrem ersten Spiel für die A-Nationalmannschaft auf sich aufmerksam. Doch die defensiv eingestellten Skandinavierinnen ließen zunächst keine Chancen zu.

DFB-Debütantin Marie Müller bejubelt ihr Tor

Marie Müller erzielte bei ihrem Nationalmannschaftsdebüt gleich ihr erstes Tor.

In 18. Minute hebelte jedoch Linksverteidigerin Wamser mit einem Pass die ganze Abwehr des Gegners aus. Klara Bühl zog auf dem Flügel auf und davon. Linda Dallmann touchierte nach der Hereingabe in der Mitte den Ball lediglich. Dahinter lauerte jedoch Rechtsverteidigerin Müller – und die traf kaltschnäuzig zum 1:0.

… und legt mit der zweiten nach

Wie schon im Hinspiel glänzten die deutschen Spielerinnen mit ihrer Chancenverwertung. Erst wehrten sie sich noch erfolgreich gegen den norwegischen Ausgleich, dann schlugen sie erneut zu. Dallmann sprintete mit dem Ball einmal durch die gegnerische Hälfte und legte am Strafraum perfekt für Wamser ab. Die Leverkusenerin schoss direkt und veredelte das Zuspiel mit ihrem Treffer zum 2:0 ins lange Eck (27.).

Jubel bei Deutschlands Fußballerinnen nach dem Treffer zum 4:0 von Jule Brand (2.v.l.) in Norwegen

WM-Qualifikation

Deutschlands Fußballerinen feiern beim wohl härtesten Konkurrenten um den Gruppensieg in der WM-Qualifikation einen überraschend deutlichen Erfolg.

Norwegens Anschlusstreffer zählt nicht

Kurz vor der Pause gab es noch einen kurzen Schreckmoment. Signe Gaupset traf zum vermeintlichen Anschlusstreffer – aber die Fahne ging hoch, Abseits (42.)! Einem Videobeweis, den es in der WM-Quali nicht gibt, hätte diese Entscheidung aber wohl nicht Stand gehalten. Glück für Berger und Co.

Deutschland: Berger/Gotham FC (35 Jahre/34 Länderspiele) – Müller/Portland Thorns FC (25/1) ab 80. Kleinherne/VfL Wolfsburg (26/37), Hendrich/Chicago Red Stars (34/91), Knaak/Manchester City (29/15), Wamser/Bayer Leverkusen (22/13) – Senß/Eintracht Frankfurt (28/35), Nüsken/FC Chelsea (25/58) – Brand/OL Lyonnes (23/74) ab 66. Endemann/VfL Wolfsburg (24/20), Dallmann/Bayern München (31/77) ab 80. Gräwe/Eintracht Frankfurt (23/5), Bühl/Bayern München (25/77) ab 89. Selina Cerci/TSG Hoffenheim (26/19) – Schüller/Manchester United (28/87) ab 66. Kössler/Denver Summit FC (26/3). – Trainer: Wück
Norwegen: Fiskerstrand – Bergsvand, Engen, Harviken – Bjelde, Naalsund (83. Stölen Godö), Gaupset, Blakstad – Graham Hansen (77. Jensen), Terland (83. Tandberg), Reiten (77. Kielland). – Trainerin: Grainger
Tore: 1:0 Müller (18.), 2:0 Wamser (27.)
Gelbe Karten: keine
Zuschauer: 33.425 (in Köln)

Die deutsche Abwehr geriet nun aber häufiger ins Schwimmen. In der Nachspielzeit war die Torhüterin aber genauso mit einer starken Parade gegen Lisa Naalsund zur Stelle wie kurz nach Wiederbeginn gegen Norwegens Kapitänin Caroline Graham Hansen und wenig später Elisabeth Terland (54.).

DFB-Frauen siegen am Ende ungefährdet

Deutschland tat sich nach der Pause lange schwer. Wück versuchte es mit Offensiv-Wechseln (66.) – und tatsächlich konnte sich das Team zu Beginn der Schlussphase wieder mehr befreien. Nach einem sehenswerten Solo von der linken Seite brachte Dallmann den Ball allerdings nicht gefährlich auf das Tor von Cecilie Fiskerstrand (73.). Beim wuchtigen, aber unplatzierten Schuss von Bühl war die Keeperin ebenfalls zur Stelle (81.).

Am Ende fuhr das deutsche Team einen ungefährdeten und insgesamt auch nicht unverdienten Sieg ein. Norwegen kann sich hingegen nur noch über die Play-offs für die WM qualifizieren.

Torhüterin Ann-Katrin Berger (l.) und Giulia Gwinn

Kader für WM-Qualifikation

Mit einem Sieg am 5. Juni gegen Norwegen könnten die deutschen Frauen die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien vorzeitig perfekt machen.

Rebecca Knaak

DFB-Frauen

Die 29-Jährige ist eine Spätstarterin – und hat in dieser Saison große Erfolge mit ihrem Club Manchester City vor Augen.

Nationalspielerin Sjoeke Nüsken

DFB-Frauen

Die Nationalspielerin hatte eine schwierige Zeit bei ihrem Club Chelsea – hat sich aber aus dem Loch gekämpft. Dieses Selbstvertrauen will sie auch bei den DFB-Frauen zeigen.