Die Vienna Vikings und Rhein Fire haben sich über weite Strecken das erhoffte Topspiel in der American Football League Europe (AFLE) geliefert: Die beiden Spitzenteams der Liga lieferten sich ein Schwergewichtsduell, bei dem beide sich gegenseitig immer wieder harte Schläge versetzten – und bei dem die Vienna Vikings am Ende ein paar mehr Körner hatten und letztlich verdient mit 24:10 (0:3, 10:7, 7:0, 7:0) gewannen.
Rhein Fires Offensive anfangs mit Problemen
Zu Beginn des Spiels hatte Rhein Fire offensiv große Probleme in der „Operation“, also den grundsätzlichen Abläufen, die Offensive Coordinator Rohat Dagdelen vergangene Woche noch gelobt hatte. Schon im ersten Viertel mussten deshalb alle drei Timeouts genutzt werden, dazu kam eine Strafe wegen Spielverzögerung – immer wieder herrschte Verwirrung schon bei der Aufstellung. Außerdem stand Quarterback Kenji Bahar oft unter Druck. Einige positive Spielzüge gab es aber auch, sodass Sebastian van Santen durch ein Field Goal aus 53 Yards im ersten Viertel zumindest auf 3:0 stellte.
Die Defense war von Anfang an wach: Wien gelang zwar durchaus Raumgewinn, doch Fire fand immer wieder Wege, um Drives zu beenden – wie durch Marius Kensy, der gefühlt immer am Tackle beteiligt war, oder eine starke Interception von Christian Matthew. Trotzdem drehte Karri Pajarinen per Rushing-Touchdown zwischenzeitlich das Spiel, ehe Fire wiederum durch einen Rushing-Touchdown von Jonathan Scott auf 10:7 stellte. In den letzten Minuten der ersten Hälfte hätte Wien erneut in Führung gehen können, doch Cornerback Till Janssen schob Wide Receiver Darrell Stewart noch in der Luft ins Aus, sodass es trotz gefangenem Pass keinen Touchdown gab. Stattdessen ein kurzes Field Goal zum 10:10-Pausenstand.
Interception und vergebenes Field Goal
Direkt nach Wiederbeginn waren die Vikings auf dem Weg zu den nächsten Punkten, doch Fires Defense stoppte Wien erneut in der Redzone – und diesmal kickte Dennis Tasic den Field-Goal-Versuch aus 34 Yards daneben. Auch Fire war danach auf einem guten Weg, weil Kenji Bahar mehr Zeit bekam und zwei gute Pässe warf. Dann aber geriet die Offense in ein 3rd&17 – und Bahar übersah Vikings-Verteidiger Noel Swancar; Interception. Wien war also wieder am Ball und machte diesmal Punkte: Stewart zeigte einen überragenden Catch, Pajarinen machte Fire das Leben mit seinen Läufen schwer und Quarterback Ben Holmes bediente am Ende Tight End Florian Bierbaumer zum Touchdown.
Auf der anderen Seite zeigte Fire zunächst einen guten Drive, der Mitte der gegnerischen Hälfte aber erneut ins Stocken geriet. Da van Santen einen Field-Goal-Versuch aus 48 Yards auch noch daneben setzte, endete der Ballbesitz zu Beginn des Schlussviertels enttäuschend. Danach kam Fires Defense nicht vom Feld: Vor allem das erfolgreiche Laufspiel der Vikings tat immer wieder weh. So ging viel Zeit von der Uhr und am Ende drückte Holmes den Ball für das letzte Yard über die Goalline – 24:10 mit fünfeinhalb Minuten Spielzeit, es war die Entscheidung.
Aufgeben war aber nicht auf der Tagesordnung: Bahar hatte nochmal einen 56-Yards-Pass auf Kwofie zu bieten, der der Offense kurzzeitig wieder Leben einhauchte. Ein Sack von Alejandro Fernandez machte das aber schnell wieder zunichte und in der Folge warf Bahar einen haarsträubenden Pass, den Vikings-Safety Marloshawn Franklin eigentlich zwingend fangen musste, aber gnädigerweise fallen ließ. Nach dem folgenden und nicht erfolgreichen vierten Versuch ging die Offense vom Feld und Wien nahm beinahe die gesamte restliche Zeit von der Uhr, sodass Fire nichts mehr ausrichten konnte.