Nach Angaben des Militärs erschwert dies die Versorgung russischer Truppen auf der seit 2014 besetzten Krim sowie den Transport von Treibstoff. Die ukrainischen Streitkräfte veröffentlichten dazu ein Video, das Drohnenangriffe auf Ziele in den besetzten Gebieten zeigen soll. Eine unabhängige Überprüfung der Aufnahmen war zunächst nicht möglich.

Die Route Melitopol–Tschonhar gilt als wichtiger Teil der russischen Landverbindung zur Krim. In den vergangenen Wochen war es auf der Halbinsel bereits zu Treibstoffengpässen gekommen. Ukrainische Angriffe auf Nachschubwege und auf russische Energieinfrastruktur gelten als wahrscheinliche Ursache.

Die Ukraine hat ihre Fähigkeiten für Angriffe hinter der Front in den vergangenen Monaten deutlich ausgebaut. Nach eigenen Angaben können ukrainische Drohnen inzwischen regelmäßig Ziele in einer Entfernung von 20 bis 300 Kilometern treffen. Dabei geraten zunehmend Straßen- und Bahnverbindungen ins Visier, über die Russland Truppen, Munition und Treibstoff in die besetzten Gebiete transportiert.

Das Regiment erklärte mit Blick auf die jüngsten Erfolge: „Das ist erst der Anfang.“ Weitere Angaben machte das Militär zunächst nicht.

Explosionen nahe russischen Öldepots

Auf der russisch besetzten Halbinsel Krim sind in der Nacht zum Sonntag Explosionen zu hören gewesen. Anwohner berichten von einem Drohnenangriff., meldete die ukrainische Nachrichtenagentur UKinform und nahm auf Telegram-Kanäle Bezug. Demnach wurden Explosionen im Bereich des Öldepots in Feodossija vernommen. Auch nahe eines Öldepots in Lenino waren Explosionen zu hören. Zudem gab es Berichte über einen Angriff auf eine Militäreinheit im Dorf Sowjetske.

Feuer in einem Öldepot nach einem ukrainischen Angriff (Symbolbild): Auf der Krim soll eine russische Anlage angegriffen worden sein.Vergrößern des BildesFeuer in einem Öldepot nach einem ukrainischen Angriff (Symbolbild): Auf der Krim soll eine russische Anlage angegriffen worden sein. (Quelle: IMAGO/Evgeny Biyatov/imago)

Stromleitung am AKW Saporischschja instand gesetzt

Eine wichtige Stromleitung am Atomkraftwerk Saporischschja in der Ukraine funktioniert wieder. Nach 15 Stunden Stromausfall sei die externe Versorgung von Europas größtem Kernkraftwerk wiederhergestellt worden, teilte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) auf der Plattform X mit. Zuvor musste die Anlage laut IAEA zur Kühlung ihrer sechs abgeschalteten Reaktoren auf Notstromdieselgeneratoren zurückgreifen.

Es habe sich bereits um den 18. Ausfall der externen Stromversorgung während des russischen Angriffskriegs in der Ukraine gehandelt, es sei einer der längsten Ausfälle gewesen. Der jüngste Vorfall unterstreiche die extreme Anfälligkeit des Stromnetzes und die Dringlichkeit der Angelegenheit, teilte IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi mit.

„Wirtschaftszweig boomt“: Ukraine könnte bald Militärgüter exportieren

Die Ukraine sieht ihre Rüstungsindustrie als eine dauerhafte Quelle wirtschaftlicher Stärke. „Die Nachfrage, die wir in der Ukraine geschaffen haben, hat einen Wirtschaftszweig hervorgebracht, der nun praktisch boomt. Daher ist er ein sehr wichtiger Teil unserer Zukunft“, sagte Finanzminister Serhij Martschenko auf dem Jahrestreffen der Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) in Riga. Entscheidend sei nun, die Industrie zu stärken, ihr Entwicklungskapazitäten zu verschaffen und das militärische Potenzial für einen breiteren Markt zu öffnen. Dazu stehe die Ukraine vor der Entscheidung, die Ausfuhr von Militärgütern zu ermöglichen.