Kriminelle Netzwerke rekrutieren gezielt Minderjährige für Gewaltaufträge. Das Phänomen hat einen Namen und breitet sich in ganz Europa aus.

straftäterKriminelle Banden zahlen Teenies Geld für Gewaltaufträge. – keystone

Das Wichtigste in Kürze

Kriminelle in Deutschland rekrutieren Teenager als Auftragskiller für wenige Tausend Euro.

Nun wurde eine Ermittlungsgruppe gegen das Phänomen gegründet.

Die Teenager werden über soziale Medien und Gaming-Plattformen kontaktiert.

Ein 15-Jähriger schiesst in Hamburg auf einen Gangsterboss. Ein Gleichaltriger feuert auf Sylt auf einen Friseursalon. Ein 17-Jähriger legt in Schleswig-Holstein ein falsches Mordgeständnis ab.

Was diese Fälle verbindet: Die Jugendlichen wurden gezielt von Hintermännern rekrutiert und für die Taten bezahlt. Sicherheitsbehörden haben dem Phänomen inzwischen einen Namen gegeben: «Violence as a Service».

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Dabei lagern kriminelle Netzwerke Gewaltaufträge gezielt an Jugendliche aus. Die Auftraggeber bleiben im Verborgenen, während Minderjährige die Tat ausführen. Das berichtet die «Bild».

Rekrutierung läuft digital

Die Anwerbung erfolgt über Messenger-Dienste, soziale Netzwerke und Gaming-Plattformen. Kriminelle suchen gezielt junge, leicht beeinflussbare Täter, die bei einer Festnahme möglichst wenig über die Hintermänner wissen.

Über soziale Medien heuern kriminelle Banden Jugendliche an, um Gewaltaufträge in Deutschland zu begehen. (Symbolbild)Über soziale Medien heuern kriminelle Banden Jugendliche an, um Gewaltaufträge in Deutschland zu begehen. (Symbolbild) – keystoneSo attackierte kürzlich ein 15-Jähriger einen Mafiaboss in Hamburg mit einer Schreckschusspistole. (Symbolbild)So attackierte kürzlich ein 15-Jähriger einen Mafiaboss in Hamburg mit einer Schreckschusspistole. (Symbolbild) – keystoneDie Teenies sind leichter zu überzeugen und profitieren von milderen StrafenDie Teenies sind leichter zu überzeugen und profitieren von milderen Strafen – keystone

Europol warnt, dass Jugendliche mit schnellem Geld und dem Versprechen eines luxuriösen Lebens gelockt werden. Straftaten werden dabei als «Missionen» oder «Challenges» verpackt.

Das Bundeskriminalamt hat seit April 2025 eine eigene Ermittlungsgruppe namens «Grimm» gegründet, um Drahtzieher zu identifizieren und Minderjährige zu schützen.

Teenager als perfekte Täter

Aus Sicht der Organisierten Kriminalität sind Minderjährige ideal: Sie fallen weniger auf, sind leichter zu manipulieren und profitieren von milderen Strafen.

auftragskillerNach diesem jungen Mann fahndet die Kölner Polizei. Er soll 2024 einen Auftragsmord begangen haben. – Polizei Köln

Für die Jugendlichen selbst endet der vermeintlich schnelle Verdienst oft mit Gefängnis, Traumata oder schweren Verletzungen.

Auch Schweden kämpft mit dem Problem. Allein 2024 wurden dort 120 Kinder unter 15 Jahren beschuldigt, an Morden beteiligt gewesen zu sein.