Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte den russischen Drohnenangriff als „extrem niederträchtig“. Russland habe das Gebiet gezielt angegriffen, schrieb Selenskyj auf X. Eine Drohne vom Typ Shahed habe eines der Gebäude der Anlage getroffen. Es handele sich um eine äußerst kritische Infrastruktureinrichtung.

Mindestens zwei Tote bei russischen Angriffen auf die Ukraine

Bei erneuten russischen Angriffen auf die Ukraine sind in der Nacht zum Sonntag mindestens zwei Menschen getötet worden. Ein 59-jähriger Mann sei bei russischen Drohnen- und Raketenangriffen auf die zentralukrainische Region Dnipropetrowsk getötet worden, erklärte der örtliche Gouverneur Oleksandr Hanscha am Sonntag im Onlinedienst Telegram. Nach Angaben des staatlichen Rettungsdiensts wurde zudem ein 56-jähriger Minibusfahrer bei einem Drohnenangriff in der südlichen Region Saporischschja getötet. Bei den Angriffen auf Dnipropetrowsk sei außerdem ein 35-jähriger Mann verletzt und Infrastruktur beschädigt worden, erklärte Hanscha weiter.

Ukraine: Haben Kontrolle über wichtige Logistikroute übernommen

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben die Kontrolle über einen Teil einer wichtigen russischen Nachschubroute zur besetzten Halbinsel Krim übernommen. Ukrainische Drohneneinheiten könnten entlang der Strecke Melitopol–Tschonhar in der Südukraine russische Militärfahrzeuge und Logistik angreifen, teilte das 3. Regiment der Spezialkräfte mit.

Nach Angaben des Militärs erschwert dies die Versorgung russischer Truppen auf der seit 2014 besetzten Krim sowie den Transport von Treibstoff. Die ukrainischen Streitkräfte veröffentlichten dazu ein Video, das Drohnenangriffe auf Ziele in den besetzten Gebieten zeigen soll. Eine unabhängige Überprüfung der Aufnahmen war zunächst nicht möglich.

Die Route Melitopol–Tschonhar gilt als wichtiger Teil der russischen Landverbindung zur Krim. In den vergangenen Wochen war es auf der Halbinsel bereits zu Treibstoffengpässen gekommen. Ukrainische Angriffe auf Nachschubwege und auf russische Energieinfrastruktur gelten als wahrscheinliche Ursache.

Die Ukraine hat ihre Fähigkeiten für Angriffe hinter der Front in den vergangenen Monaten deutlich ausgebaut. Nach eigenen Angaben können ukrainische Drohnen inzwischen regelmäßig Ziele in einer Entfernung von 20 bis 300 Kilometern treffen. Dabei geraten zunehmend Straßen- und Bahnverbindungen ins Visier, über die Russland Truppen, Munition und Treibstoff in die besetzten Gebiete transportiert.

Das Regiment erklärte mit Blick auf die jüngsten Erfolge: „Das ist erst der Anfang.“ Weitere Angaben machte das Militär zunächst nicht.

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