„Die Mission ist erfüllt“

©IMAGO
Der ehemalige belgische Nationalspieler Divock Origi hängt im Alter von 31 Jahren seine Fußballschuhe an den Nagel. „Meine Aufgabe als Spieler ist erfüllt. Ich habe mir meinen Kindheitstraum erfüllt, auf den größten Bühnen zu spielen und die größten Trophäen zu gewinnen. Ich bin Gott für all das dankbar“, schrieb der Stürmer in einem Instagram-Post. „Die Mission ist erfüllt. Nun wende ich mich meiner nächsten Berufung zu. Die Reise geht weiter.“
Origi wurde beim KRC Genk und LOSC Lille ausgebildet, bei den Franzosen legte er nach seinem Profidebüt im Februar 2013 einen Senkrechtstart hin. Im Sommer 2014 schaffte er zwei Monate nach seinem 19. Geburtstag den Sprung auf den WM-Zug, nach dem Turnier unterschrieb er beim großen FC Liverpool, der ihn noch ein Jahr in Lille ließ. Bei den Reds erlebte er im Anschluss seine erfolgreichsten Jahre.
Nur unterbrochen von einer Leihe an den VfL Wolfsburg in der Saison 2017/18, für den er in 36 Einsätzen sieben Treffer erzielte, absolvierte Origi von 2015 bis 2022 für Liverpool 175 Partien – die meisten in seiner Karriere. Dabei steuerte er 41 Tore und 17 Vorlagen bei. Nach seiner Rückkehr von den Wölfen sollte Origi die Reds eigentlich verlassen, doch ein 30 Millionen Euro Ablöse schweres Angebot von Wolverhampton schlug er aus. Unter Jürgen Klopp kämpfte sich Origi nach gut einem halben Jahr zurück ins Team und wurde zum Champions-League-Helden.
Aufgrund von verletzungsbedingten Ausfällen rückte der Angreifer im Halbfinal-Rückspiel gegen den FC Barcelona in die Startelf und schoss Liverpool mit einem Doppelpack zur erfolgreichen 4:0-Aufholjagd. Im Endspiel machte er gegen Tottenham mit dem 2:0 den Deckel drauf. Mit den Reds gewann er 2020 auch noch die Premier League, danach nahm seine sportliche Bedeutung ab. 2022 folgte der ablösefreie Wechsel zur AC Mailand, glücklich wurde er aber weder dort noch bei Leihklub Nottingham. Nach seiner Rückkehr wurde er im Sommer 2024 aussortiert und saß seinen Vertrag bis Ende 2025 ab, bevor er aufgelöst wurde.
Mode statt Fußball: Origi sieht Karriere als erfüllt an
„An meine Fans auf der ganzen Welt, die mir geholfen haben, zu glänzen: Jeder unvergessliche Moment, jedes Tor, jedes Stück Geschichte, das wir gemeinsam geschrieben haben, wird für immer uns gehören. An jeden Verein und alle Trainer und Teamkollegen, die mir zur Seite standen: Danke. Ihr habt mich auf eine Weise geprägt, die weit über den Platz hinausgeht. Es war mir eine Freude, Belgien, mein Heimatland, zu vertreten und gleichzeitig Kenia, meine Wurzeln, im Herzen zu tragen. Und an meine Familie und die Menschen, die mir am nächsten stehen … ohne euch wäre ich nicht der, der ich heute bin. Ich bin euch auf ewig dankbar“, schrieb Origi weiter.
In einem Beitrag für „The Players‘ Tribune“ verriet der Stürmer, dass er schon im Februar seinem Vater als erstes vom geplanten Karriereende erzählt habe. „Ich glaube, er wollte sichergehen, dass ich diese Entscheidung nicht aus einer momentanen Laune heraus traf“, erklärte Origi: „Wenn man zurückblicken und all die schönen Momente mit nichts als Dankbarkeit und ohne jedes Bedauern genießen kann, dann weiß man, dass es Zeit ist, Abschied zu nehmen. (…) Ich hatte das Glück, alle Bühnen und fast alle großen Wettbewerbe der Welt gesehen zu haben. Im Fußball fühle ich mich erfüllt, als wäre meine Reise abgeschlossen. Tore zu schießen und Trophäen zu gewinnen, ist eines der besten Gefühle der Welt. Ich werde zurückblicken und über all diese Momente – die Momente mit Gott – lächeln und sie einfach für immer genießen.“

Origi schießt Liverpool im Champions-League-Halbfinale gegen Barça weiter
Origis Zeit im Fußball wird nicht ganz enden. Er werde als Berater die Agentur DLF mit seinem Partner Marvin Willem Ofori aufbauen, erklärte der 32-fache Nationalspieler, der aber auch betonte: „Ich habe neue Ziele und andere Dinge im Leben, denen ich mit derselben Leidenschaft nachgehen möchte, mit der ich all die Jahre dem Fußball nachgegangen bin. Zum einen widme ich mich ganz der Mode als Handwerk. Ich stecke bereits viel Energie hinein, mir ein riesiges Wissen über die Geschichte und die Branche anzueignen. Ich strebe an, dies auf höchstem Niveau zu studieren und hoffentlich die Gelegenheit zu haben, von einigen der besten Designer der Welt zu lernen.“
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