Auf Platz drei bleiben: Das ist das klare Ziel von Österreichs Frauen-Fußball-Nationalteam zum Abschluss der Gruppe A4 in der WM-Qualifikation. Mit einem Sieg in Oslo gegen den Zweiten Norwegen am Dienstag (18.00 Uhr/live ORF 1) würde die ÖFB-Auswahl die Aufgabe aus eigener Kraft lösen.
Bei einer Niederlage oder einem Remis würde es Schützenhilfe von Gruppensieger Deutschland brauchen, der beim einen Punkt hinter Österreich liegenden Schlusslicht Slowenien gastiert.
„Wir haben es in der eigenen Hand und wollen den dritten Platz finalisieren“, gab Lars Söndergaard die Marschroute vor. Sein Team hat im Kampf um den Verbleib in Liga A auch den Vorteil des um sechs Treffer besseren Torverhältnisses gegenüber Slowenien, das Schlusslicht muss daher in Ljubljana auf Sieg spielen.
„Unsere Ausgangslage ist sehr gut. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Slowenien gegen Deutschland gewinnt, aber im Fußball ist alles möglich, deshalb müssen wir schauen, unser Spiel so gut wie möglich zu bestreiten“, sagte ÖFB-Torfrau Mariella El Sherif.
ÖFB-Team hat Auge auf Parallelspiel
Laut Söndergaard werde man im zweiten Spiel seiner Amtszeit nach dem Zitter-1:0 am Freitag in Wien gegen Slowenien ein Auge auf das Parallelspiel haben. „Wir werden das Spiel verfolgen und für alle Fälle vorbereitet sein“, erläuterte der 67-Jährige. Der Fokus seiner Truppe liegt aber auf dem zehnten direkten Duell mit den Norwegerinnen.
Zwei Siege, zwei Remis und fünf Niederlagen gab es, die jüngste am 3. März in Maria Enzersdorf zum Quali-Start mit 0:1, als Lisa Naalsund (81.) spät traf. Es war die erste ÖFB-Niederlage gegen Norwegen nach vier ungeschlagenen Partien.
„Wir sind damals definitiv über weite Strecken gut gestanden, waren dann aber einmal nicht aufmerksam. Morgen wird es aber ein ganz anderes Spiel“, sagte El Sherif. Die Gastgeberinnen können auf den Heimvorteil bauen, rund 7.000 Fans werden im Ullevaal Stadion erwartet.
Verletzt fehlt Lyon-Stürmerin Ada Hegerberg. Durch etwa Barcelonas Caroline Graham Hansen oder Tottenhams Signe Gaupset wartet auf die ÖFB-Kickerinnen dennoch genug Offensivpower. „Ihre Offensive ist unglaublich stark. Allgemein haben sie Spielerinnen, die in Spanien oder England, und dort bei Topvereinen und meistens von Anfang an spielen“, erläuterte Söndergaard.
Söndergaard fordert auch Mut im Spiel nach vorne
Die Analyse der 0:2-Niederlage Norwegens in Deutschland ergab, dass für die Verliererinnen mehr drinnen gewesen wäre. Dementsprechend „schwierig“ werde es am Dienstag werden. Anzuschließen gelte es am teils zufriedenstellenden Auftritt gegen Slowenien.
„Wir hatten Phasen, wo wir nicht so kompakt waren, und wir waren nicht so viel am Ball, wie wir es gerne möchten. Die ersten 35 Minuten der 2. Hälfte haben mir aber sehr gut gefallen“, resümierte der ÖFB-Teamchef. Wichtig sei es, in Oslo „intelligent“ zu spielen. „Wir müssen natürlich ein großes Auge auf die Defensive haben, damit ihre Stärken nicht zur Geltung kommen, müssen aber auch hier mit Mut nach vorne spielen.“