Im österreichischen Bundesland Vorarlberg ist ein Braunbär unterwegs. Das vermutlich jüngere, männliche Tier wurde in Brand bei Bludenz von einer Wildtierkamera aufgezeichnet. Bludenz ist rund 40 Kilometer Luftlinie von der deutschen Grenze entfernt. „Es besteht derzeit kein Anlass zur Beunruhigung. Wichtig ist, die Verhaltensempfehlungen zu beachten und Sichtungen umgehend zu melden“, so Landesagrarminister Christian Gantner (ÖVP).

Bevölkerung zu Wachsamkeit aufgerufen

Die Bevölkerung im betroffenen Gebiet wurde zur Aufmerksamkeit aufgerufen. Markierte Wege sollten nicht verlassen, Hunde an der Leine geführt werden. Nacht- und Dämmerungsspaziergänge im Wald gelte es ebenso zu vermeiden wie das Zurücklassen von Lebensmitteln oder Abfällen im Wald. Nutztiere sollten über Nacht möglichst im Stall bleiben.

Wer mit dem Bären zusammentrifft, sollte sich ruhig verhalten, mit betontem Sprechen auf sich aufmerksam machen und sich langsam zurückziehen. „Nähern Sie sich einem Bären unter keinen Umständen an und halten Sie stets einen Fluchtweg für das Tier frei“, hieß es weiter. 

Nur wenige Bären streifen durch Österreich

In Österreich streifen nach Angaben des Österreichzentrums „Bär, Wolf, Luchs“ pro Jahr etwa drei bis sechs Bären meist durch den äußersten Westen des Landes oder durch Kärnten. Bisher handele es sich ausschließlich um männliche Einzelgänger aus Italien oder Slowenien. 

Begegnungen mit Menschen seien bisher nicht vorgekommen, sagte Albin Blaschka vom Österreichzentrum. Bei Nutztier-Rissen spiele der Bär aber eine gewisse Rolle. Laut einer Bilanz des Zentrums wurden im vergangenen Jahr 29 Schafe und Ziegen, drei Rinder, vier Pferde und Esel sowie drei Hühner von Bären getötet.

Mit Informationen von dpa