Newsblog zum Krieg in Nahost
Bericht: Netanjahu zu Alleingang gegen den Iran bereit
Aktualisiert am 10.06.2026 – 04:18 UhrLesedauer: 9 Min.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu spricht Ende März während einer Pressekonferenz in Jerusalem. (Quelle: Ronen Zvulun/AP)
Jetzt neu bei t-online:
Schriftgröße anpassen!
Artikel teilen
Erneut schrillen in Bahrain die Sirenen. Kurz zuvor hatte Teheran Vergeltung für US-Angriffe angekündigt. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Möglicher Angriff: Alarmsirenen ertönen in Bahrain
Im Golfstaat Bahrain haben in der Nacht die Sirenen aufgeheult, die Bewohner zuletzt mehrfach vor iranischen Raketen- oder Drohnenangriffen gewarnt hatten. Die Bevölkerung solle sich in Sicherheit bringen und ruhig verhalten, teilte das Innenministerium des Inselstaats im Persischen Golf auf der Plattform X mit. Nähere Angaben gab es zunächst nicht.
Die Revolutionsgarden des Iran – die Elitestreitmacht der Islamischen Republik – hatte kurz zuvor laut iranischen Medien bekanntgegeben, als Reaktion auf die nächtlichen US-Bombardements einen Angriff auf das Hauptquartier der US-Marine für den Nahen Osten in Bahrain ausgeführt zu haben. Die iranischen Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.
Bahrain war wie auch andere Golfstaaten zuletzt mehrfach unter iranischen Beschuss geraten. Dort befinden sich Militärstützpunkte der USA.
Bericht: Netanjahu zu Alleingang gegen den Iran bereit
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist nach Angaben des Fernsehsenders i24News unter Umständen zu einem eigenständigen Militärschlag gegen den Iran ohne Unterstützung der USA bereit. Der Sender berief sich auf eine Kabinettssitzung am Montagabend und zitierte Netanjahu mit den Worten: „Es könnte sein, dass wir in eine Situation geraten, in der wir den Iranern allein, ohne Rückendeckung der USA, gegenüberstehen – mit allen damit verbundenen Kosten: Rüstungsausgaben und weltweite Isolation.“
Israel wolle nicht, dass es so weit komme, wisse aber, dass es so weit kommen könne, sagte Netanjahu demnach. US-Präsident Donald Trump hatte den israelischen Regierungschef zuvor vor einem Alleingang gewarnt. Die US-Regierung führt derzeit Verhandlungen über ein Rahmenabkommen mit Teheran, um den regionalen Konflikt diplomatisch beizulegen.
Der israelische Iran-Experte Danny Citronowicz warnte auf X, ein signifikanter militärischer Schritt ohne amerikanische Unterstützung wäre ein strategisch gewaltiges Wagnis für Israels nationale Sicherheit und sollte daher nur in Betracht gezogen werden, wenn keine Alternativen bestehen. Citrinowicz wies auch auf die Konsequenzen hin, falls es ein Abkommen mit dem Iran gebe, das die US-Regierung als zentralen Erfolg betrachte. Dann könnte eine einseitige israelische Aktion gegen den Iran ohne Abstimmung mit Washington einen hohen Preis fordern – auch in den strategischen Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Staaten.
Trump: Iran hat hochmodernen US-Helikopter abgeschossen
US-Präsident Donald Trump hat dem Iran vorgeworfen, in der Nacht einen US-Kampfhubschrauber abgeschossen zu haben. Der hochmoderne Hubschrauber vom Typ Apache sei über der Straße von Hormus auf Patrouillenflug gewesen, teilte Trump mit. „Es waren zwei Piloten an Bord, die beide wohlauf und unverletzt sind“, so der US-Präsident. Trotzdem kündigte er Vergeltung an: „Die USA müssen zwangsläufig auf diesen Angriff reagieren.“ Mehr dazu lesen Sie hier.
