Fatimas Reise und das Leben ihres Kindes endeten vor der Küste Mauretaniens. Dabei wollte sie zuerst nicht auf das Boot steigen. Sie hatte ja gehört, wie gefährlich es sei. Dass sie womöglich ertrinken werde, verdursten, erfrieren oder vor Hitze sterben. Aber alles sei besser als dieses Leben, sagt Fatima. Ein Leben, geprägt von Zwang, Armut und Gewalt. Die Fahrt von Westafrika über den Atlantik nach Europa sollte die Rettung sein. Jetzt ist ihr Kind tot, schon das zweite. Und sie sitzt fest in Mauretanien, einem Land, in das sie nie wollte. Wo sie jederzeit damit rechnen muss, dass man sie verhaftet, in ein Lager in der Sahara verschleppt oder misshandelt.