Was sind eigentlich Nahrungsergänzungsmittel (NEM)?

Nahrungsergänzungsmittel sind eine rechtlich klar definierte Unterkategorie von Lebensmitteln, die Vitamine, Mineralstoffe oder andere Stoffe wie Spurenelemente und Pflanzenextrakte in konzentrierter Form enthalten. Sie ergänzen die normale Ernährung, gelten aber nicht als Arzneimittel, auch wenn sie optisch zum Teil Medizinprodukten ähneln. Im ernährungswissenschaftlichen und medizinischen Umfeld hat sich die Abkürzung NEM etabliert.

Beispiele für gängige Nahrungsergänzungsmittel:

Multivitaminpräparate in Tabletten- oder Kapselform
Vitamin-D-Tropfen oder -Sprays zur täglichen Ergänzung
Magnesium- oder Zink-Brausetabletten
Omega-3-Kapseln mit Fisch- oder Algenöl
Pflanzliche Extrakte wie Kurkuma, Ginseng oder grüner Tee in Kapseln
Flüssige Mikronährstoffkonzentrate, etwa Kombipräparate mit Vitaminen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen

    

Immunpräparate, Vitaminkuren & funktionelle Lebensmittel: Wo liegen die Grenzen?

Die Begriffe klingen ähnlich, bezeichnen aber unterschiedliche Produktarten:

Immunpräparate: meist Nahrungsergänzungsmittel, die konzentrierte Vitamine und Spurenelemente wie Vitamin C, D, Zink oder Selen enthalten und damit die normale Funktion des Immunsystems unterstützen.
Vitaminkuren: zeitlich begrenzte Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln über mehrere Wochen; rechtlich weiterhin Lebensmittel, keine Arzneimittel.
Funktionelle Lebensmittel: klassische Lebensmittel wie Joghurts oder Drinks, die mit Vitaminen oder Probiotika angereichert sind; sie gelten nicht als Nahrungsergänzungsmittel, sondern als Produkte mit Zusatznutzen.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist die Unterscheidung oft schwierig, da Verpackungen und Werbeaussagen ähnlich wirken. Orientierung bieten klare Angaben auf dem Etikett wie Nährstoffgehalt, empfohlene Tagesdosis und unabhängige Qualitätssiegel.

Warum bekommt das Immunsystem heute so viel Aufmerksamkeit?

Ob durch Erkältungssaison, Stress oder unausgewogene Ernährung: Viele möchten ihr Immunsystem aktiv unterstützen. Der Trend zu Immunkuren und personalisierten Nahrungsergänzungsmitteln zeigt, dass Gesundheit zunehmend als etwas gesehen wird, das durch den eigenen Lebensstil beeinflusst werden kann.

Darum greifen so viele Menschen zu Nahrungsergänzungsmitteln

Laut dem AOK-Gesundheitsreport 2024 nehmen rund 75 Prozent der Erwachsenen in Deutschland regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel ein¹. Als Motive nennen Befragte einer forsa-Umfrage im Auftrag der IKK classic² vor allem die Stärkung des Immunsystems, allgemeinen Wohlbefindens und den Ausgleich von Nährstoffmängeln.