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Im Nahen Osten eskaliert die Lage – gestern Morgen gab es das erwartete Börsenbeben! Schon vor Handelsstart in Frankfurt um 9 Uhr zeigte sich die Krise an den Märkten. Der Dax verlor im vorbörslichen Handel knapp 2 Prozent auf 24.786 Punkte. Am Freitag war der deutsche Leitindex noch nahe an das Rekordhoch von Mitte Januar gestiegen. Insgesamt fielen die Aktienkurse in Europa um gut zwei Prozent.

Schon am Wochenende nervöse Ölmärkte

Hauptgrund: die Lage Straße von Hormus. Durch die Meerenge zwischen Iran und Oman fließen bis zu 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls. Kommt der Schiffs- und Tankerverkehr dort zum Erliegen, gerät der Ölmarkt massiv unter Druck. Schon am Wochenende reagierten die Ölmärkte nervös. Die Nordseesorte Brent notierte am frühen Montag bei 77 bis 78 Dollar je Barrel. Kurzfristig halten Experten 80 bis 85 Dollar für möglich. Bei einer längeren Blockade reichen die Szenarien bis 120 oder sogar 150 Dollar – mit wachsender Rezessionsgefahr. Am Montag verlor der Dax im vorbörslichen Handel knapp 2 Prozent auf 24.786 Punkte. Am Freitag war der deutsche Leitindex noch nahe an das Rekordhoch von Mitte Januar gestiegen.

Belastung an den asiatischen Börsen

Der eskalierende Konflikt im Nahen Osten belastete am Montagmorgen auch schon die asiatischen Börsen. Anleger flüchteten angesichts der militärischen Auseinandersetzungen in als sicher geltende Anlagen wie den Dollar und Gold. In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,4 Prozent auf 58.038,36 Punkte nach. Der breiter gefasste Topix notierte 1,4 Prozent niedriger bei 3.881,71 Zählern. Die Börse in Shanghai blieb fast unverändert, während der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stagnierte.

Mehr zum ThemaJapan leidet unter Ölpreisschock

Besonders die Börse in Japan litt unter der Sorge vor einem Ölpreisschock, da das Land fast seinen gesamten Ölbedarf importiert. Zu den größten Verlierern zählten daher die Aktien von Fluggesellschaften sowie die Chip-Schwergewichte Advantest und Tokyo Electron mit Kursverlusten von jeweils rund zwei Prozent. Gefragt waren hingegen Energieaktien. So sprangen die Papiere des Öl- und Gasförderers Inpex um sieben Prozent in die Höhe. „Die unmittelbarste und greifbarste Entwicklung (…) ist die faktische Einstellung des Verkehrs durch die Straße von Hormus“, sagte Jorge Leon, Analyst bei Rystad Energy. Gegen den Trend hielten sich die Börsen in Shanghai und Shenzhen stabil. Händler verwiesen auf die Erwartung, dass die Regierung in Peking vor einer wichtigen Parlamentssitzung im Laufe der Woche die Märkte stützen könnte.