
AUDIO: Eröffnung der Festspiele MV (5 Min)
Stand: 12.06.2026 09:14 Uhr
Von Ueckermünde bis Zarrentin, von Lebbin bis Neu Kaliß: Die Festspiele MV bringen das Land wieder zum Klingen. Neben Hilary Hahn und Annett Louisan reisen dieses Jahr auch Stars zum ersten Mal an. Das Armida-Quartett eröffnet das Festival.
Insgesamt 120 Konzerte sind geplant. Mit einer Ouvertüre in der Neubrandenburger Konzertkirche beginnen die Festspiele in diesem Jahr: Komponiert von Johannes Fischer, gespielt vom Armida-Quartett. Nach dem Eröffnungskonzert sind die vier Musiker – zwei Frauen und zwei Männer – noch weitere 18 Mal in Mecklenburg-Vorpommern zu erleben.
Violinistin Johanna Staemmler freut sich besonders auf die drei Konzerte im Juli in Ueckermünde, Koserow und Anklam unter dem Motto „Brahms am Haff“: „Brahms-Quintett in G-Dur, beide Brahms-Sextette, alle drei Streichquartette von Brahms und das Klarinetten-Quintett – also darauf freue ich mich wie eine Ausgehungerte“, so die Musikerin vorfreudig. „Ich freue mich auch darauf, alle unsere musikalischen Freunde wiederzutreffen: Martin Klett, Kit Armstrong und Nils Mönkemeyer. Wir hangeln uns tatsächlich von einem persönlichen Highlight zum nächsten.“

Das Armida Quartett – Preisträger in Residence – eröffnet mit der NDR Radiophilharmonie die Festspiele MV. Auch im Livestream.
„Es ist gemütlich und idyllisch“
Die Mitglieder des Armida-Quartetts kennen die Festspiele seit mittlerweile 13 Jahren, seit ihrem ersten Auftritt 2013. Insofern weiß auch Bratschistin Teresa Schwamm, was bis September auf sie zukommt: „Ich freue mich auf diese Gemeinschaft, das habe ich bei den Festspielen immer so empfunden“, erzählt Schwamm.
„Da kommen Menschen von überall her angereist, die einfach richtig Bock haben auf Kammermusik und auf diese Menschen, die dahinterstecken. Und natürlich auf diese Musik und auf dieses Sommergefühl in Mecklenburg-Vorpommern.“ Das sei sehr speziell, findet die Bratschistin: „Es ist so schön, so ruhig, so gemütlich, so idyllisch hier. Es ist einfach so besonders.“

Das Armida-Quartett besteht seit 20 Jahren. Die vier Ensemble-Mitglieder werden drei Monate MV musikalisch prägen: als Preisträger-Musiker des Festspielsommers.
Rolando Villazón und Mechthild Großmann erstmals dabei
Besonders ist für Intendantin Ursula Haselböck, dass 2026 bekannte Künstler wie die Schauspielerin Mechthild Großmann und der Tenor Rolando Villazón erstmals bei den Festspielen dabei sind: „Bei Rolando Villazón hat es mich selber fast von den Socken gehauen, dass der tatsächlich noch nie bei den Festspielen war. Deswegen haben wir natürlich die Gelegenheit gleich beim Schopfe ergriffen, haben ihn eingeladen mit der Lautten Compagney Berlin“, freut sich die Intendantin.
„Das passt perfekt nach Stolpe an der Peene mit einem wunderbaren Monteverdi-Abend. Und Mechtild Großmann: Ja, manchmal fliegen einem die Projekte zu. Sie hat ein Projekt mit dem Pianisten Gottlieb Wallisch.“ Nämlich: „20th Century Foxtrots“, so Wallisch, „ein Projekt, das eine große Anzahl von Weltersteinspielungen präsentiert. Foxtrotts, Charlestons oder Bostons oder Tangos von klassischen Komponisten aus den 1920er- und 1930er-Jahren, die alle von der Jazzwelle beeinflusst wurden, die nach dem Ersten Weltkrieg nach Europa herübergeschwappt ist.“

Der Bratschist wird für zehn Tage im März 2026 das Festivalprogramm auf Rügen gestalten. Zu seinem Instrument kam er durch eine bekannte Filmmusik.
Die beiden Veranstaltungen mit Gottlieb Wallisch und Mechthild Großmann am 4. Juli finden im Kulturhaus Mestlin statt. Dafür gibt es noch Restkarten. Andere Konzerte sind hingegen bereits ausverkauft: „Die Konzerte mit dem Thomaner-Chor sind wunderbar verkauft. Schloss Bothmer mit Kent Nagano und dem Deutschen Symphonieorchester, das ist unglaublich, was da für ein Andrang war. Aber es zahlt sich immer aus, noch einmal online zu schauen, ob es vielleicht Karten gibt“, empfiehlt Intendantin Haselböck.
Die Festspiele als „Trüffelschweine der Klassik“
Besonders wirbt Haselböck für die Reihe „Junge Elite“: „Die Festspiele haben sich seit 36 Jahren den Namen als ‚Trüffelschweine der Klassik‘ wirklich verdient“, findet sie. Es sei tatsächlich so, dass ganz viele Namen, die heute auf den großen Bühnen zu Hause seien, bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern ihre ersten Konzerte gegeben hätten: „Julia Fischer, Daniel Hope, Daniel Müller-Schott, die alle mal ihre Anfänge als blutjunge Musiker gemacht haben und heute Superstars sind. Generell sind die Konzerte der ‚Jungen Elite‘ immer was ganz Besonderes.“

Am 13. Juni eröffnet das Armida Quartett mit der NDR Radiophilharmonie in Wismar die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern.
Konzerte mit Hilary Hahn, Götz Alsmann und Michael Wollny
Zu den schon renommierten Künstlern beim diesjährigen Festspielsommer gehören unter anderem die Geigerin Hilary Hahn in Redefin, Sängerin Annett Louisan im Schlosspark Ludwigslust und Götz Alsmann ist mit seiner Band gleich zweimal zu erleben – in Wismar und Torgelow. Der Jazzpianist Michael Wollny gibt Konzerte in Parchim, Wismar und Schwerin.
Das Eröffnungskonzert in Neubrandenburg bestreitet neben dem Armida-Quartett die NDR Radiophilharmonie unter ihrem Chefdirigenten Stanislaw Kochanovsky – unter anderem mit der Vierten Sinfonie von Johannes Brahms.
Das Eröffnungskonzert der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern überträgt NDR Kultur am Samstag ab 16 Uhr im Livestream. Das Festival läuft bis zum 12. September.