PS5 Pro_1Bildquelle: Sony

Anfangs von vielen PS5-Besitzern als unnützer Hardware-Zwischenschritt belächelt, zeigt die PS5 Pro endgültig, was in ihr steckt: Dank eines verbesserten Upscalings fallen die Grafikunterschiede immer deutlicher aus.

Wurden Spielekonsolen im Laufe einer Generation stets günstiger, steigen mittlerweile die Verkaufspreise. Durch die aktuelle Speichermodul-Krise, hervorgerufen durch den AI-Server-Boom, werden klassische Consumer-Electronics-Produkte sogar ins Abseits gestellt. Über die nächste Konsolengeneration spricht derzeit kaum noch jemand, stattdessen scheinen sich die internen Pläne der Konsolenhersteller immer weiter nach hinten zu verschieben.

Doch Hersteller wie Sony sind nicht untätig: Mit der 2024 eingeführten leistungsstärkeren PS5 Pro sollte der Beweis angetreten werden, dass auch ein Hardware-Refresh einen entscheidenden Unterschied ausmachen kann. Neben einer deutlich leistungsstärkeren Grafikeinheit sollte vor allem ein PS5-Pro-exklusives Feature für Aufsehen sorgen: PSSR (PlayStation Spectral Super Resolution).

PS5-Pro-PSSRBildquelle: Sony

Die Maschine muss nachsitzen

Wer den großen Wendepunkt im PC-Grafikzeitalter durch die 2018 eingeführte Nvidia-RTX-Grafikkartengeneration von Beginn an mitverfolgt hat, der wird wissen, dass nicht nur neue Beleuchtungssysteme wie Raytracing, sondern auch verbesserte KI-Upscaling-Modelle vor allem eines benötigen, um sich durchzusetzen: sehr viel Zeit.

Nicht nur müssen neue Features von den jeweiligen Spieleherstellern unterstützt werden, sondern insbesondere beim KI-Upscaling auf Basis von fortschrittlicher maschineller Lernprozesse kann es mehrere Generationen dauern, bis die Verarbeitungsprozesse durch stetige Updates perfektioniert werden.

PSSR_1Bildquelle: Sony

PSSR_1Bildquelle: Sony

Sony kündigte hinter den Kulissen bereits umfangreiche Verbesserungen des PS5-Pro-exklusiven PSSR-Upscalings an, doch abseits eines abgegebenen Versprechens fehlte es an Fakten. Bis jetzt, denn seit dem 27. Februar ist das Geheimnis gelüftet: Sonys PSSR-Update ist ein Volltreffer.

Sony macht PS5 Pro wertvoller

Am Beispiel der PS5 Pro zeigt sich: Mehr als ein Jahr hat es gedauert, bis aus einer guten Idee (PSSR) ein echtes Kaufargument wurde. Mit dem Spiel „Resident Evil Requiem“ feierte am 27. Februar 2026 nicht nur eine beliebte Horror-Serie ihr Gaming-Comeback, sondern als erstes Spiel Überhaupt unterstützt „Resident Evil Requiem“ die rundum verbesserte Version des PSSR-Upscalings mit PS5 Pro.

Resident Evil RequiemBildquelle: Capcom

Dank der leistungsstarken GPU-Einheiten und der neuen Version von PSSR erscheint die Grafik von „Resident Evil Requiem“ auf der PS5 Pro enorm beeindruckend. Neben einer ruhigeren und präziseren Abbildung von Grafikdetails ermöglicht das verbesserte PSSR-Upscaling eine Entlastung der GPU-Einheiten, die sich wiederum um eine aufwändige Raytracing-Darstellung kümmern können.

Das Ergebnis: „Resident Evil Requiem“ bietet auf PS5 Pro flüssiges 60-FPS-Gameplay mit aufwändigen Licht- und Schattenberechnungen und einer exzellenten Detailqualität ohne störende Darstellungsfehler. Bisherige PSSR-Nachteile wie Geisterbildeffekte oder flackernde Schatten sind nicht auszumachen.

Wichtig: PS5-Pro-Besitzer sollten in den Grafikeinstellungen von „Resident Evil Requiem“ den Einstellungspunkt „Raytracing“ nicht abschalten, um die beste Grafikqualität zu genießen (inklusive verbessertem PSSR-Upscaling).

PSSR AmethystBildquelle: Sony

PSSR AmethystBildquelle: Sony

Laut Sony stammen der Algorithmus und das neurale Netzwerk der neuen PSSR-Version aus der „Project Amethyst“-Partnerschaft mit AMD. Im PC-Bereich zeigen sich die KI-Upscaling-Fortschritte von AMD bereits durch das FSR-4-Upscaling. Die aktualisierte PSSR-Version in „Resident Evil Requiem“ bietet nun den nächsten entscheidenden Fortschritt beim Thema KI-Upscaling, allerdings nur für PS5 Pro-Spieler.

Sony ist von der Qualität der neuen PSSR-Berechnung so überzeugt, dass mit dem nächsten PS5-Systemupdate im März das verbesserte PSSR-Upscaling für kompatible Spiele systemseitig aktiviert werden kann – vorausgesetzt, man ist im Besitz einer PS5 Pro.

PSSR PS5 Pro UpdateBildquelle: Sony

Der Großteil der kommenden Games dürfte umfangreichen Gebrauch von den neuen Möglichkeiten der PS5 Pro machen, weshalb die Lücke in der Darstellungsqualität zwischen der Basis-PS5 und einer PS5 Pro noch weiter anwachsen dürfte.

Besitzer einer Basis-PS5, Xbox Series S oder Series X profitieren von den Fortschritten der leistungsstärksten Upscaling-Verfahren nicht im gleichen Umfang: Hier wurde bei der Einführung der Konsolenhardware im Jahr 2020 viel Potential verschenkt, indem auf dedizierte ML-Beschleuniger verzichtet wurde.

Doch nicht nur PS5-Pro-Besitzer profitieren vom KI-Upscaling-Boom: Nintendo beweist mit der Switch 2, wie sich durch das Nvidia DLSS-Upscaling mit einer vermeintlich leistungsschwachen portablen Spielekonsole eine beeindruckende Grafikqualität zaubern lässt. „Resident Evil Requiem“ zeigt im Falle der Switch 2, dass es eine akkubetriebene mobile Hardware durchaus mit einer stationären Konsole wie der Xbox Series S aufnehmen kann, um aktuelle Blockbuster-Games in überzeugender Qualität darzustellen. 

PS5 ProBildquelle: Sony

Bessere Pixel statt mehr Pixel: Dank KI-Upscaling werden wichtige GPU-Ressourcen für grafikintensive Effekte freigegeben und Spiele wie „Resident Evil Requiem“ zaubern insbesondere mit PS5 Pro eine Grafikpracht auf den Bildschirm, die man in dieser Form bislang kaum gesehen hat. Acht Jahre nach Nvidias DLSS-Einführung im PC-Sektor zeigt sich nun auch im Konsolenmarkt: DLSS (PC Nvidia, Switch 2), FSR 4 (PC AMD) und dem verbesserten PSSR (PS5 Pro) gehören die Zukunft.

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