SOLID: Acht Monate Trockenbau parallel zur laufenden Holzmontage — wie organisiert man das, wenn über einem das nächste Geschoß errichtet wird?
Markus Schweigberger: Die Wochentaktung wurde taggenau vom Auftraggeber vorgegeben und in der wöchentlichen Lean-Abstimmung feinjustiert. Vereinfacht dargestellt: Am Montag startete der Holzbau mit den tragenden Wänden, parallel wurden Fertig-Sanitärzellen, Trockenbaumaterial und Fenster eingebracht. Am Dienstag folgte die Decke darüber, die restlichen Fenster wurden eingebaut. Mittwoch und Donnerstag wiederholte sich der Ablauf im nächsten Geschoß. In der Folgewoche startete der Trockenbau jeweils im Geschoß der Vorwoche, während darüber der Holzbau weiterging.
SOLID: Wie viele Aufbauvarianten mussten getestet werden, bis der Schallschutz gepasst hat?
Markus Schweigberger: Es wurden drei bis vier Aufbauvarianten getestet, einschließlich dem Beschweren der darüberliegenden Decke. Wir haben daraus gelernt, dass sich BSP durch Eigenschwingungen und eine andere Rohdichte im Vergleich zur Stahlbetonbauweise anders verhält.
SOLID: Sie haben auf vorgefertigte Gipskartonfertigteile gesetzt — ein Trend oder eine projektspezifische Lösung?
Markus Schweigberger: Um am Puls der Zeit zu bleiben, muss man auf Vorfertigung zurückgreifen. Durch die Vorfertigung werden hohe Qualitätsansprüche, exakte Kantenausbildungen und eine Zeitersparnis bei der Montage vor Ort gewährleistet. Diese Vorteile haben wir bereits 2007 erkannt und eine eigene Formteilmaschine angeschafft. Ein Großteil der Vorfertigung erfolgt bei uns im Haus, dadurch ist eine große Flexibilität gegeben. Jährlich kommen 20.000 bis 40.000 Laufmeter an verschiedenen Fertigteilen und Gipsriegeln aus eigener Fertigung zum Einsatz.